Familienbegegnungen: Koreaner von Nord und Süd sollen sich öfters treffen
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FamilienbegegnungenKoreaner von Nord und Süd sollen sich öfters treffen

Getrennte koreanische Familien sollen sich regelmässig sehen können, fordert die südkoreanische Präsidentin. Die Zeit für die überwiegend alten Menschen werde langsam knapp.

Die südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye will die Treffen von getrennten koreanischen Familien zu einer regelmässigen Einrichtung machen. Einen entsprechenden Vorschlag unterbreitete sie Nordkorea am Samstag. Park erklärte, die Zeit für die überwiegend alten Menschen, die noch Familienmitglieder im anderen Landesteil hätten, werde langsam knapp.

Ähnliche Vorschläge hatte Südkorea in der Vergangenheit schon mehrfach gemacht, doch vor der jüngsten Annäherung und den in der vergangenen Woche erstmals seit drei Jahren wieder abgehaltenen Treffen geben Beobachter dem Vorstoss grössere Erfolgsaussichten. Nordkorea hatte die Familientreffen immer wieder infrage gestellt - auch aus Sorge davor, dass damit zu viele Einflüsse aus dem Süden die Machtbasis der sozialistischen Regierung schwächen könnten.

Keine Besuche, keine Post

Seit dem Koreakrieg zwischen 1950 und 1953 und der Teilung des Landes sind viele Familien auseinandergerissen. Nord- und Südkorea trennt eine scharf bewachte Grenze, Telefonate in den anderen Teil der koreanischen Halbinsel sowie der Austausch von E-Mails und Briefen sind für normale Bürger quasi unmöglich.

Die hoch emotionalen Zusammenführungen, bei denen sich Verwandte nach Jahren der Trennung für einige Stunden wiedersehen dürfen, fanden wegen der Spannungen zwischen beiden Ländern in der vergangenen Woche zum ersten Mal sei Oktober 2010 wieder statt.

(sda)

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