Norden konfisziert Gebäude: Koreanischer Tourismus-Eklat
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Norden konfisziert GebäudeKoreanischer Tourismus-Eklat

Die Beziehungen zwischen Nord- und Südkorea erleiden einen weiteren herben Dämpfer. Der Norden stoppt ein gemeinsames Tourismusprojekt brüsk.

Südkoreanische Touristen in Nordkorea - Dieses Bild wird sich in jüngerer Zeit wohl kaum wiederholen.

Südkoreanische Touristen in Nordkorea - Dieses Bild wird sich in jüngerer Zeit wohl kaum wiederholen.

Ein schon seit zwei Jahren unterbrochenes gemeinsames Tourismusprojekt zwischen Nord- und Südkorea steht vor dem endgültigen Aus. Nordkorea will fünf südkoreanische Einrichtungen in einem Feriengebiet am Kumgang-Gebirge an der nordkoreanischen Ostküste konfiszieren.

Das gesamte Personal des Nachbarlandes soll ausgewiesen werden, wie das kommunistische Land am Freitag ankündigte. Die Gebäude würden dem Staat zufallen oder an neue Geschäftspartner übergeben, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA.

Südkorea kritisierte den Schritt als «illegale und unvernünftige Massnahme, die die Grundlage der innerkoreanischen Beziehungen untergräbt».

Seit 2008 keine Reisen mehr

Südkorea hatte die Reisen ins Gebirge im Sommer 2008 eingestellt, nachdem dort eine Südkoreanerin von einem nordkoreanischen Soldaten erschossen worden war. Das symbolisch bedeutende Projekt war eine wichtige Devisenquelle für Nordkorea. Mit seinen jüngsten Massnahmen reagiert das Regime in Pjöngjang nun auf die Weigerung Seouls, das Projekt fortzusetzen.

Nordkorea hatte die fünf Gebäude, darunter ein Treffpunkt für getrennt lebende Mitglieder koreanischer Familien, bereits in der vergangenen Woche der Kontrolle Südkoreas entzogen. Auch die restlichen Immobilien in südkoreanischer Hand sollen jetzt übernommen werden.

(sda)

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