Korruptionsprozess gegen Berlusconi verzögert sich weiter
Aktualisiert

Korruptionsprozess gegen Berlusconi verzögert sich weiter

Im Korruptionsprozess gegen Italiens Premier Silvio Berlusconi haben dessen Anwälte am Freitag die Anhörung einer ganzen Reihe weiterer Zeugen beantragt. Damit droht sich das Verfahren um mehr als ein Jahr zu verzögern.

Von diesem Zeitraum geht die Staatsanwaltschaft aus. Das Mailänder Gericht entscheidet am kommenden Freitag, ob es die Dutzenden von Entlastungszeugen zulässt.

Sie sollen der Verteidigung zufolge Aussagen der Hauptzeugin Stefania Ariosto widerlegen, nach denen Berlusconis Parteifreund Cesare Previti einen Richter bestochen hat.

Mit Zahlungen dieser Art wollte Berlusconi der Anklage zufolge in den achtziger Jahren die Privatisierung des damals staatlichen Lebensmittelkonzerns SME beeinflussen. Der Regierungschef bestreitet dies. Previti ist bereits wegen Bestechung verurteilt worden.

Der Vorwurf gegen Berlusconi ist der schwerste unter all den Anschuldigungen, die dem Regierungschef im Zusammenhang mit seinen Privatgeschäften seit Jahrzehnten gemacht werden.

Berlusconi steckt zudem seit dem von einem Koalitionspartner erzwungenen Rücktritt seines Finanz- und Wirtschaftsministers Giulio Tremonti am Wochenende mitten in einer schweren Regierungskrise.

Unter scharfer Kritik seiner Regierungspartner hat er Tremontis Amt selbst übernommen. Wie lange er Wirtschaftsminister bleiben will, liess Berlusconi offen. (sda)

Deine Meinung