«Schmusekätzchen»: Kosenamen stehen hoch im Kurs
Aktualisiert

«Schmusekätzchen»Kosenamen stehen hoch im Kurs

Vor allem junge Pärchen sprechen sich mit Kosenamen an. Der Einfallsreichtum kennt dabei keine Grenzen. Nun sind sie sogar Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen.

von
Corinne Hodel
Bei Kosenamen sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. (Bild: iStock)

Bei Kosenamen sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. (Bild: iStock)

Bärchen, Muffin oder Kürbiskopf: Bei der Bezeichnung für die Liebste oder den Liebsten ist alles möglich. Zu diesem Schluss kommt die Sprachwissenschaftlerin Verena Casana Galetti von der Uni Zürich. Sie befragte knapp 1000 Personen nach der Verwendung von Kosenamen in deren Beziehung. Ergebnis: «Sie liegen vor allem bei der jüngeren Generation im Trend.» Bei den 20- bis 29-Jährigen gaben vier von fünf Befragten an, ihren Partner mit einem Kosenamen anzusprechen.

Am beliebtesten ist Schatz mit all seinen Variationen wie Schätzli, Tigerschatz oder Schatzimaus. So nennen sich die Verliebten in mehr als jeder dritten Beziehung. Aber auch Tiernamen wie Maus, Kater oder Spatz, fremdsprachige Namen wie Amore, Baby oder Darling oder Eigenkreationen wie Schascha, Knurrli oder Fluffy stehen hoch im Kurs. Darüber hinaus wurden auch Esswaren wie etwa Schinkli oder Krümel oder gar Automodelle wie Bugster genannt. Auch ironische Namen wie Idioti oder Nervi gaben die Befragten an.

Doch manche Bezeichnungen sind alles andere als liebevoll. So nennt ein Proband seine Partnerin Nutte. «Das hat mich entsetzt», sagt Verena Casana Galetti. Dieses Beispiel zeige, dass Kosenamen auch als Machtpositionierung verstanden werden können. Meist seien sie aber eine verbale Liebkosung. Zudem würden sie deutlich machen, dass die Beziehung exklusiv ist, indem einzig der Partner so genannt wird. Allerdings nicht in jedem Fall. Denn jeder Fünfte der 20- bis 29-Jährigen recycelt die Bezeichnung seines Liebesglücks. Mit anderen Worten: Neuer Partner, alter Kosename.

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