Kosmetika sind keine Medikamente
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Kosmetika sind keine Medikamente

Illegale Gesundheitsanpreisungen bei diversen Kosmetika hat das Baselbieter Kantonslabor beanstandet.

Acht Babycrèmes, Hautpflegemittel, Körperlotionen und Sonnenschutzmittel aus dem In- und Ausland müssen deswegen ihre Werbung revidieren.

Medizinische Einwirkungen auf den Körper sind gemäss Bundesrecht ausschliesslich Arzneimitteln und Heilprodukten vorbehalten. Diese müssen vor dem Verkauf von Swissmedic geprüft und zugelassen werden. Kosmetika brauchen weder Prüfung noch Bewilligung, dürfen aber keine medizinischen Wirkungen haben oder für sich reklamieren.

Weil aber die Heilmittelprüfung aufwändig und teuer ist, wollten manche Hersteller und Importeure das Registrierungsverfahren umgehen, hält das Kantonslabor in einem im Internet publizierten Bericht fest. Sie brächten Produkte als Kosmetika auf den Markt, die eigentlich Heilmittel sind oder Anpreisungen davon tragen.

Alle neun Proben beanstandet

Das Baselbieter Labor hat neun Kosmetik-Produkte begutachtet und alle beanstandet. Von zwei Einsprachen gegen die Verzichts- Verfügungen wurde eine gutgeheissen: Die entsprechende Narbensalbe ist in einem EU-Land als Medizinprodukt korrekt zugelassen.

Das Labor hat die Produkte teils selbst ausgewählt, teils aber auch einen Tip bekommen: Manchmal verrate die Konkurrenz illegale Anpreisungen, die ja Wettbewerbsvorteile zum Ziel hätten. Die Versuchung sei «gross», die Branche insgesamt aber korrekter als die hohe Beanstandungsquote vermuten lasse, hiess es weiter.

Darum werde die Prüfung von Kosmetika-Werbung und -Deklaration weiter geführt, sagte ein Sprecher am Mittwoch. Das Labor rechne mit etwa drei weiteren Beanstandungen im Monat. In Werbematerial seien Kosmetika und Medizinprodukte schwer abzugrenzen; für letztere müsse der Hersteller die Zulassung des Produktes belegen.

(sda)

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