04.08.2020 13:24

Waadt Kosmetikerin wegen Permanent-Make-up-Pfusch verklagt

Eine Frau, die in Folge einer kosmetischen Behandlung entstellt wurde, hat nun Klage eingereicht. Es gibt noch mehr Opfer, die jedoch Stillschweigen bewahrten.

von
Katja Fässler
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Pfusch nach Augenlidschattierung: Eine Frau aus dem Kanton Waadt erlebte nach einer kosmetischen Behandlung eine böse Überraschung.

Pfusch nach Augenlidschattierung: Eine Frau aus dem Kanton Waadt erlebte nach einer kosmetischen Behandlung eine böse Überraschung.

Leser-Reporter 
Ihre Lider waren komplett gerötet.

Ihre Lider waren komplett gerötet.

Leserreporter 
Offenbar handelt es sich bei der behandelnden Kosmetikerin um dieselbe Person, die mit Hyaluron-Spritzen gepfuscht hatte.

Offenbar handelt es sich bei der behandelnden Kosmetikerin um dieselbe Person, die mit Hyaluron-Spritzen gepfuscht hatte.

Facebook 

Wegen einer verpfuschten Permanent-Make-up-Behandlung hat eine Frau Klage gegen die behandelnde Kosmetikerin eingereicht. Der ermittelnde Staatsanwalt im Kanton Waadt hat eine Untersuchung eröffnet.

Offenbar handelt es sich dabei um dieselbe Kosmetikerin, die Hyaluron-Spritzen an Kundinnen verabreichte und sie damit komplett entstellte. Einem Bericht von 20 minutes zufolge hatten die Betroffenen jedoch keine Klage eingereicht, weil sie von der Kosmetikerin bedroht worden seien.

Von 20 Minutes auf die Missstände angesprochen, hatte die Kosmetikerin alle Vorwürfe abgestritten und behauptet, man wolle nur ihren Ruf schädigen.

Rötungen und Infektion

Die Klägerin hatte ein Angebot der Kosmetikerin Ende November auf Facebook gefunden und eine Augenlidschattierung gebucht, im Jargon auch «Schmetterlingseffekt» genannt. Anstatt eines schönen Endergebnisses hatte die 50-Jährige stark gerötete Augenlider. Das Resultat sehe heute immer noch gleich aus. «Ich traue mich nicht einmal mehr aus dem Haus, um zur Arbeit zu fahren», sagt sie und fügt an: «Ich bin im Januar nochmals auf die Kosmetikerin zugegangen und habe eine Korrektur verlangt.» Einige Tages später habe sie eine Infektion gehabt – an der Unterlippe.

Seit dem 1. Mai 2017 müssen Salons, die Permanent-Make-up anbieten, dies von den kantonalen Behörden autorisieren lassen. Diese Regel werde jedoch nicht immer respektiert. «Die meisten Kosmetikerinnen, die eine solche Behandlung anbieten, wissen nicht einmal, dass sie dies dem Kanton melden müssen», sagt Marisa Treccani, Verantwortliche für die Weiterbildungen innerhalb des Schweizerischen Verbandes der Kosmetikerinnen.

Achtung vor Billigangeboten

Bei Permanent-Make-up werden Pigmente in die Haut gestochen, ähnlich wie mit einem Tätowiergerät. Eine andere Technik für permanentes Make-up ist das Microblading, bei dem der Haut kleine Schnitte zugefügt werden, um beispielsweise Augenbrauen mehr Fülle zu verleihen. Beides sind Vorgänge, die eine sorgfältige und fachkundige Ausführung voraussetzen.

Verlockende Fotos und günstige Preise führten dazu, dass Frauen oft leichtfertig unseriöse Behandlungen buchen. Bei der Wahl eines Studios sei also Vorsicht geboten. Am besten informiere man sich vorgängig über die Ausbildung der Kosmetikerinnen, überprüfe Diplome oder erkundige sich nach den Produkten, die verwendet werden.

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