Für Niederlassungsbewilligung: Kosovare täuscht Ehe vor, jetzt wird er ausgewiesen
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Für NiederlassungsbewilligungKosovare täuscht Ehe vor, jetzt wird er ausgewiesen

Ein 32-jähriger Kosovare muss die Schweiz verlassen, obwohl ihm eine Niederlassungsbewilligung erteilt worden war. Er hatte die Behörden hinters Licht geführt, flog jedoch auf.

von
vro
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Das Bundesgericht in Lausanne hat sich mit einem 32-jährigen Kosovaren beschäftigt, dem Scheinehe vorgeworfen wurde.

Das Bundesgericht in Lausanne hat sich mit einem 32-jährigen Kosovaren beschäftigt, dem Scheinehe vorgeworfen wurde.

Keystone/Laurent Gillieron
Er soll für eine Niederlassungsbewilligung eine Landsfrau geheiratet haben. Als er die Bewilligung hatte, liess er sich scheiden und heiratete eine andere Kosovarin, die eine vierjährige Tochter hat.

Er soll für eine Niederlassungsbewilligung eine Landsfrau geheiratet haben. Als er die Bewilligung hatte, liess er sich scheiden und heiratete eine andere Kosovarin, die eine vierjährige Tochter hat.

iStock/Csondy
Die Behörden verlangten daraufhin einen DNA-Test, um zu prüfen, ob der Mann der biologische Vater der Tochter ist. Die Mutter verweigerte den Test jedoch. Aufgrund der Indizien sei es jedoch geboten gewesen, den Test zu verlangen, urteilt das Bundesgericht.

Die Behörden verlangten daraufhin einen DNA-Test, um zu prüfen, ob der Mann der biologische Vater der Tochter ist. Die Mutter verweigerte den Test jedoch. Aufgrund der Indizien sei es jedoch geboten gewesen, den Test zu verlangen, urteilt das Bundesgericht.

Keystone/Gaetan Bally

Fünf Jahre lang lebte ein heute 32-jähriger Kosovare mit seiner Ehefrau in der Schweiz. Die Kosovarin hatte eine Niederlassungsbewilligung und lebte im Aargau. Weil er seit 2008 bei ihr lebte, erhielt der Mann eine Aufenthaltsbewilligung. Nach fünf Jahren beantragte er eine unbeschränkt gültige Niederlassungsbewilligung. Doch kaum war diese genehmigt worden, trennte sich das Paar und liess sich scheiden, berichtet die «Aargauer Zeitung». Nur wenig später heiratete der Mann erneut eine Frau aus dem Kosovo, die ein vierjähriges Kind hat. Mittlerweile war er in den Kanton Zürich gezogen.

Die Eile, mit der der Mann sein Liebesleben umgekrempelt hat, liess die Behörden jedoch stutzig werden. Der Verdacht: Scheinehe. Denn die zweite Frau stammt aus demselben Ort wie ihr Mann. Das Zürcher Migrationsamt vermutete deshalb, dass der Beschuldigte eine Parallelbeziehung geführt hatte und er der Vater des Kindes sei. Anhand eines DNA-Tests sollte dieser Verdacht entkräftet oder bestätigt werden.

Beschwerde wurde abgewiesen

Der Beschuldigte wäre mit dem Test einverstanden gewesen, doch die Mutter des Kindes verweigerte ihn. Für das Migrationsamt war die Sachlage klar, es entzog dem Mann die Niederlassungsbewilligung, wies ihn aus der Schweiz weg und lehnte das Gesuch um Familiennachzug für Frau und Tochter ab.

Gegen diesen Entscheid legte der Mann Berufung ein. Er zog bis vor das Bundesgericht, dass nun ein Urteil gefällt hat: Die Beschwerde wird abgewiesen. Das Migrationsamt habe aufgrund der Indizien auf einen DNA-Test bestehen müssen, so die Begründung. Die Vorgehensweise des Mannes sei bekannt bei Scheinehen. Zudem hätte der Test die Anschuldigungen nicht nur untermauern, sondern auch entkräften können. Es sei deshalb nicht nachvollziehbar, weshalb die Frau ihn verweigert habe.

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