Kosovo bleibt ein europäisches Problem
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Kosovo bleibt ein europäisches Problem

Der UNO-Sonderbeauftragte für Kosovo, Martti Ahtisaari, hat in der Frage des künftigen völkerrechtlichen Status der südserbischen Provinz die Rolle der Europäischen Union betont und eine rasche Lösung angemahnt.

Das Kosovo sei und bleibe in erster Linie ein europäisches Thema.

Es sei «höchste Zeit, sich von der Phase des Konfliktmanagements zu der des Endspiels zu bewegen», sagte Ahtisaari am Sonntagabend im slowenischen Bled. Nichts tun sei «keine Option», fügte der frühere finnische Staatschef hinzu.

Der von ihm unterbreitete Lösungsvorschlag biete eine «organisierte Methodologie für einen Auszug der UNO und eine Übernahme durch die Europäische Union».

Dafür seien in den kommenden Monaten allerdings eine «starke und konsistente» EU-Position und «intensive diplomatische Anstrengungen auf höchster Ebene» erforderlich.

Ahtisaari äusserte sich am ersten Tag der von der slowenischen Regierung organisierten Konferenz zur Zukunft der erweiterten EU im Rahmen des «Strategischen Forums Bled».

Die Diplomaten der Kosovo-Troika aus Europäischer Union, den USA und Russland treffen im Zuge der Status-Verhandlungen am Donnerstag in Wien zu getrennten Sitzungen mit Vertretern der Kosovo-Albaner und der Serben zusammen.

Belgrad und Moskau lehnen den von der EU und den USA unterstützten Ahtisaari-Plan für eine international überwachte Unabhängigkeit des Kosovo ab.

Kosovo gehört völkerrechtlich zu Serbien, steht aber seit dem NATO-Krieg gegen Jugoslawien im Jahr 1999 unter UNO-Verwaltung.

Die ethnischen Albaner machen mittlerweile weit mehr als 90 Prozent der Bevölkerung im Kosovo aus. Die serbische Regierung will statt einer kontrollierten Unabhängigkeit eine kontrollierte Autonomie erreichen.

(sda)

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