UNO-Vollversammlung: Kosovo kommt vor Gericht

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UNO-VollversammlungKosovo kommt vor Gericht

Die UNO-Vollversammlung hat grünes Licht für den Antrag Serbiens gegeben, die einseitige Unabhängigkeitserklärung des Kosovos vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) in Den Haag überprüfen zu lassen.

77 Mitglieder stimmten am Mittwoch in New York für den serbischen Antrag, sechs Staaten votierten dagegen. 74 Länder enthielten sich, darunter die Schweiz, Deutschland, Frankreich und Grossbritannien.

Das mehrheitlich von Albanern bewohnte Kosovo hatte sich im vergangenen Februar ungeachtet serbischer Proteste für unabhängig erklärt. Rund 50 Länder, darunter die Schweiz haben die Unabhängigkeit der ehemaligen serbischen Republik bereits anerkannt.

Belgrad hofft, mit dem Gang vor den Internationalen Gerichtshof weitere Staaten von diesem Schritt abhalten zu können. Die Entscheidung aus Den Haag werde eine politisch neutrale Orientierung für die Staaten sein, die der Kosovo bisher nicht anerkannt hätten, sagte der serbische Aussenminister Vuk Jeremic.

Die einseitige Unabhängigkeitserklärung dürfe nicht zum Präzedenzfall für die Abspaltungsbestrebungen anderer Regionen werden.

Diese Befürchtungen wiesen die Vertreter westlicher Staaten zurück. Der Fall Kosovo sei einzigartig. «Der serbische Antrag hat ausschliesslich politische und keine rechtlichen Gründe», sagte der britische UNO-Botschafter John Sawers.

(sda)

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