Kosovo-Minister droht Gefängnis
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Kosovo-Minister droht Gefängnis

Einem Kosovo-Minister droht wegen angeblicher Einschüchterung eines Zeugen im Prozess vor dem UNO- Kriegsverbrechertribunal in Den Haag eine Gefängnisstrafe.

Kulturminister Astrit Haraqija soll einem unter Schutz in Norwegen lebenden Zeugen gedroht haben, seine belastenden Aussagen im Prozess gegen den früheren Kosovo-Regierungschef Ramush Haradinaj zu ändern.

Haradinaj, ein ehemaliger Befehlshaber der kosovo-albanischen Befreiungsarmee UCK, ist wegen Kriegsverbrechen in der südserbischen Provinz angeklagt.

Für die Vorwürfe gegen Haraqija habe das UNO-Tribunal auch Beweise. Der Zeuge habe nämlich beim Gespräch mit dem Minister an seinem Körper versteckte Mikrofone getragen, die ihm die Polizei gegeben hatte.

Das berichtete die in der Kosovo-Hauptstadt Pristina erscheinende Zeitung «Express» am Montag. Der verdächtigte Minister muss am 10. Januar vor dem UNO-Gerichtshof erscheinen.

Im Falle einer Verurteilung droht ihm eine Gefängnisstrafe bis zu vier Jahren oder eine Geldstrafe von bis zu 100 000 Euro (166 000 Franken). Haraqija bestreitet die Vorwürfe.

(sda)

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