Kosovo: Neuer Vermittlungversuch
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Kosovo: Neuer Vermittlungversuch

Die USA, die EU und Russland haben am Freitag neue Verhandlungen über die Zukunft des Kosovo begonnen. Vertreter dieser sogenannten Troika trafen in Belgrad den serbischen Präsidenten Boris Tadic und Regierungschef Vojislav Kostunica.

Es sei ein erfolgreiches erstes Gespräch mit den serbischen Spitzenpolitikern gewesen, sagten die Vermittler im Anschluss. Einzelheiten nannten sie nicht.

Sie wollten in Belgrad die Themen und die Form der auf vier Monaten angelegten Verhandlungen ausloten. Als EU-Beauftragter nimmt der bisherige deutsche Botschafter in Grossbritannien, Wolfgang Ischinger, an den neuen Bemühungen teil.

An diesem Samstag reisen die drei Vermittler in die Hauptstadt der abtrünnigen südserbischen Krisenprovinz weiter. In Pristina wollen sie mit der albanischen Seite zu sprechen.

Der Chef der Kosovo-Regierung, Agim Ceku, verlangte am Freitag, dass unmittelbar nach dem Ende dieser neuen Verhandlungen am 10. Dezember die Unabhängigkeit der fast nur noch von Albanern bewohnten Region ausgerufen werden müsse.

Unvereinbare Positionen

Während die Albaner über ihre Selbstständigkeit nicht mehr verhandeln wollen, besteht Serbien auf dem Verbleib der Region in seinem Staatsverband. Nur eine weit gefasste Autonomie könne den zwei Millionen Albanern erlaubt werden.

Serbische Politiker hatten damit gedroht, die weitere Annäherung ihres Landes an die EU und die NATO zu stoppen, sollten EU-Staaten die Unabhängigkeit des Kosovos einseitig anerkennen. Die gesamte Balkanregion könne durch ein unabhängiges Kosovo zur Explosion gebracht werden, hatten sie gewarnt.

Der Plan des UNO-Vermittlers Martti Ahtisaari, der die eingeschränkte Selbstständigkeit der Provinz unter EU-Aufsicht vorsieht, war an der Veto-Drohung Russlands im UNO-Sicherheitsrat gescheitert.

(sda)

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