Kostenvergleich: Strasse und Schiene liegen gleichauf
Aktualisiert

Kostenvergleich: Strasse und Schiene liegen gleichauf

Der Verkehr bringt der Schweiz mehr, als dass er kostet. Dies bestätigen Studien, die Kosten, Nutzen und Finanzierung des Landverkehrs erstmals in einer Gesamtsicht darstellen. Sie zeigen auch, dass die Strasse besser ist als ihr Ruf.

Die Bundesämter für Raumentwicklung (ARE) und für Statistik (BFS) haben am Freitag in Bern zwei Studien mit Pilotcharakter präsentiert. Die eine quantifiziert den Verkehrsnutzen und dessen volkswirtschaftliche Bedeutung im Jahr 2001, die zweite legt eine Transportrechnung für 2003 vor.

Zusammen erwirtschaften Strasse und Schiene jährlich eine Wertschöpfung von rund 52 Milliarden Franken oder 12 Prozent des Bruttoinlandprodukts. Sie geben 263 000 Personen Arbeit, was fast 8 Prozent aller Beschäftigten entspricht. Ihr jährlicher Beitrag an das Wirtschaftswachstum wird auf bis zu 2,6 Milliarden geschätzt.

«Strasse und Schiene sind gleichwertig», hiess es an der Medienkonferenz. Die etwa acht Mal höhere Wertschöpfung des Strassenverkehrs erklärt sich nur damit, dass dieser Verkehrsträger auch eine im gleichen Umfang grössere Verkehrsleistung erbringt.

Zusätzlich zur Wertschöpfung bringt der Verkehr auch Zeitgewinne und anderen individuellen Nutzen. Insgesamt ist sein Gesamtnutzen so um etwa 3 bis 8 Milliarden grösser als die Gesamtkosten. In einer marktwirtschaftlich orientierten Gesellschaft überrascht dies die Experten freilich nicht.

Im Gesamtkosten des Landverkehrs erreichten 2003 rund 75 Milliarden Franken, wobei 65 Milliarden auf die Strasse und 10 Milliarden auf die Schiene entfielen. Eingerechnet sind die Kosten für Verkehrsmittel, Infrastruktur, Betrieb und Sicherheit, aber auch die Umweltkosten (Luftverschmutzung, Lärm, Klima, Natur, Landschaft).

Der Strassenverkehr deckt seine Kosten zu 92 Prozent. Dabei finanziert sich der Schwerverkehr seit der Erhöhung der LSVA von 2005 praktisch vollständig. Die Schiene kommt auf eine Kostendeckung von 93 Prozent. Diese Quote sinkt allerdings auf 64 Prozent, wenn die staatlichen Abgeltungen nicht zu den Erträgen gerechnet werden. (sda)

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