Aktualisiert 16.08.2019 15:19

Klima-AbgabeKostet das Flugticket bald 120 Franken mehr?

Der Nationalrat hat eine Abgabe auf Flugtickets abgelehnt. Die bürgerlich geprägte Umweltkommission des Ständerats ist hingegen dafür – und geht gar noch einen Schritt weiter.

von
woz
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Die Umweltkommission des Ständerats will eine Abgabe auf Flugtickets ins CO2-Gesetz aufnehmen, so die «NZZ am Sonntag» – zur Freude des Verkehrs-Clubs VCS.

Die Umweltkommission des Ständerats will eine Abgabe auf Flugtickets ins CO2-Gesetz aufnehmen, so die «NZZ am Sonntag» – zur Freude des Verkehrs-Clubs VCS.

Keystone/Christian Merz
Wichtig sei, dass die Abgabe genug hoch ausfalle, zitiert die Zeitung den Geschäftsführer. Die Swiss warnt hingegen: Nationale Ansätze seien weder für das Klima noch für die Wirtschaft sinnvoll.

Wichtig sei, dass die Abgabe genug hoch ausfalle, zitiert die Zeitung den Geschäftsführer. Die Swiss warnt hingegen: Nationale Ansätze seien weder für das Klima noch für die Wirtschaft sinnvoll.

Keystone/Gaetan Bally
Eine Abgabe ohne Gegenleistung sei eine Steuer. Die belaste vor allem heimische Airlines. «Nationale Steuern gefährden vor allem die Wertschöpfung und Arbeitsplätze im eigenen Land», sagt Sprecherin Meike Fuhlrott.

Eine Abgabe ohne Gegenleistung sei eine Steuer. Die belaste vor allem heimische Airlines. «Nationale Steuern gefährden vor allem die Wertschöpfung und Arbeitsplätze im eigenen Land», sagt Sprecherin Meike Fuhlrott.

Keystone/Gaetan Bally

Fliegen und Autofahren sollen teurer werden. Die Umweltpolitiker des Ständerats wollen im neuen CO2-Gesetz weitreichende Massnahmen zum Klimaschutz verankern – und gehen dabei weiter als die bundesrätliche Vorlage.

Konkret soll auf Flugtickets eine Abgabe von 30 bis 120 Franken erhoben werden, wie die «Redaktion Tamedia» berichtet. Bei Benzin und Diesel ist von einem Zuschlag von bis zu 12 Rappen pro Liter die Rede.

Elektroautos und Klimafonds

Durch die zusätzlichen Einnahmen sollen beispielsweise Ladestationen eingerichtet werden, um Elektroautos zu fördern. Vorgesehen ist zudem, dass der Ertrag der Flugticket-Abgabe teilweise in einen Klima-Fonds fliesst, aus dem Mittel für Innovationen und für Klimaschutz-Investitionen gesprochen werden können. Der Rest des Ertrags wird rückverteilt.

Der Nationalrat hatte gar eine weichere Variante abgelehnt. Die Gegner befanden etwa, das Fliegen dürfe nicht zu einem Privileg für Reiche werden. Zur Diskussion standen Abgaben zwischen 12 und 30 Franken für Flüge in EU-Länder sowie zwischen 30 und 50 Franken für Flüge in andere Länder.

Pariser Klimaabkommen

Die Massnahmen sollen sicherstellen, dass die Schweiz bis 2030 ihren Ausstoss von Treibhausgasen gegenüber 1990 um 60 Prozent senkt, bis 2050 sogar auf null. Um den Zielen des Pariser Klimaabkommens die nötige Verbindlichkeit zu verleihen, will sie die ständerätliche Umweltkommission direkt im Gesetz erwähnen.

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