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Abo-PreisKostet die «Tagesschau» ohne Billag 1080 Franken?

Die SRG rechnet mit einer Vervierfachung der Kosten für die «Tagesschau», falls die No-Billag-Initiative angenommen wird.

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hal
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Ein Pay-TV-Abo für die «Tagesschau»? Laut der SRG wäre das extrem teuer.

Ein Pay-TV-Abo für die «Tagesschau»? Laut der SRG wäre das extrem teuer.

Für die SRG-Verantwortlichen ist klar: Ein Ja zur Initiative käme einem «Lichterlöschen» gleich. «Sollte ‹No Billag› angenommen werden, gäbe es die SRG schlicht und einfach nicht mehr», sagte Viktor Baumeler, Präsident des SRG-Verwaltungsrats, in der «Medienwoche». Die Initianten der No-Billag-Initiative kontern: «Die SRG wird mit der Initiative auf keinen Fall eingestampft.»

Für die SRG-Verantwortlichen ist klar: Ein Ja zur Initiative käme einem «Lichterlöschen» gleich. «Sollte ‹No Billag› angenommen werden, gäbe es die SRG schlicht und einfach nicht mehr», sagte Viktor Baumeler, Präsident des SRG-Verwaltungsrats, in der «Medienwoche». Die Initianten der No-Billag-Initiative kontern: «Die SRG wird mit der Initiative auf keinen Fall eingestampft.»

Keystone/Jean-christophe Bott
Können wir noch die «Tagesschau» schauen, wenn die No-Billag-Initiative angenommen wird? Co-Präsident des No-Billag-Komitees Silvan Amberg ist überzeugt: «Beliebte Qualitätssendungen wie die «Tagesschau», «Reporter» oder «Dok» werden weiter über den Bildschirm flimmern.» Konsumenten würden für Sendungen, die sie bei privaten Anbietern nicht zu sehen oder hören bekommt, gern in die Tasche greifen wird.

Können wir noch die «Tagesschau» schauen, wenn die No-Billag-Initiative angenommen wird? Co-Präsident des No-Billag-Komitees Silvan Amberg ist überzeugt: «Beliebte Qualitätssendungen wie die «Tagesschau», «Reporter» oder «Dok» werden weiter über den Bildschirm flimmern.» Konsumenten würden für Sendungen, die sie bei privaten Anbietern nicht zu sehen oder hören bekommt, gern in die Tasche greifen wird.

200 bis 300 Franken Gebühren pro Jahr – so viel wäre gemäss einer Demoscope-Umfrage fast die Hälfte der Schweizer bereit, bei einem Ja zu No Billag für die SRG zu bezahlen. 17 Prozent sogar 400 Franken. Doch damit lässt sich laut der SRG nicht einmal ein Bruchteil der Sendungen finanzieren: Alleine ein «Tagesschau»-Abo würde 1080 Franken pro Jahr kosten, schreibt die «Luzerner Zeitung».

Die SRG macht dabei folgende Rechnung: Die «Tagesschau» kostet heute 22 Millionen Franken pro Jahr. Kommt No Billag durch, würden andere SRG-Newssendungen im TV und Radio eingestampft werden und deshalb Synergieeffekte wegfallen. Die Kosten würden sich folglich auf 44 Millionen Franken verdoppeln. Hinzu kommt der Zuschlag der TV-Provider von durchschnittlich 100 Prozent. Das ergibt Gesamtkosten von 88 Millionen für das News-Flaggschiff der SRG.

Bei der Zahl der Abonnenten geht die SRG davon aus, dass rund ein Viertel der heutigen Zuschauer bereit wäre, ein «Tagesschau»-Abonnement zu lösen. Allerdings fällt laut der Rechnung der «Luzerner Zeitung» ein Drittel davon weg, weil er kein Pay-TV empfangen kann. Es bleiben 81'500 zahlungswillige Zuschauer. Pro Person ergibt das einen Abo-Betrag von 1080 Franken. Die Werbeeinnahmen sind dabei schon einkalkuliert.

80 Franken – für eine Low-Level-Tagesschau?

Für SVP-Nationalrat Gregor Rutz sind diese Kosten viel zu hoch gegriffen: «Die SRG macht unseriöse Panikrechnungen.» Laut Medienjournalist Kurt Zimmermann müssten die Produktionskosten bei einem Ja unweigerlich sinken. Zudem ist er überzeugt, dass bis zu einer halben Million ein SRF-Newsabo lösen würden – und die Kosten deshalb auch auf Sendungen wie die «Tagesschau», «10vor10» oder «Rundschau» aufgeteilt würden. Er rechnet am Ende mit einem Abo-Preis von 80 Franken.

Die Gegner der Initiative hatten bisher immer gewarnt, dass bei einem Ja die teuren Sendungen nicht mehr finanziert werden können. Im besten Fall gäb es noch «eine absolute Low-Level-Tagesschau», so CVP-Nationalrat Martin Candinas im Oktober.

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