Aeugstertal ZH: Kostspieliger Ausflug zur 1.Mai-Nachdemo
Aktualisiert

Aeugstertal ZHKostspieliger Ausflug zur 1.Mai-Nachdemo

Ein junger Mechaniker aus dem Bezirk Affoltern hat an den massiven Ausschreitungen vom letzten 1.Mai an der Seite von Hooligans teilgenommen. Nun wurde der durch ein Video überführte Angeklagte zu einer teilbedingten Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu 50 Franken verurteilt. Die Hälfte davon soll er bezahlen.

von
Attila Szenogrady

Am Dienstag musste sich das Bezirksgericht Zürich wieder einmal mit zwei Wahrheiten befassen. Die Erste stammte vom heute 24-jährigen Angeklagten aus der Region Aeugstertal. Demnach habe er sich am 1. Mai 2009 zufällig im Zürcher Kreis 4 aufgehalten. Er habe mit einem Kollegen etwas getrunken, als er plötzlich in die Krawalle hineingekommen sei. Dabei sei er aus Versehen in eine Gruppe von Hooligans geraten und habe die Ausschreitungen lediglich passiv beobachtet, sagte er vor den Schranken aus.

Von der Polizei gefilmt

Die zweite Wahrheit lieferte die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat. Demnach hatte sich der Angeklagte zwischen 14.30 Uhr und 16.30 Uhr in einer Gruppe von rund 30 Zürcher Hooligans aufgehalten. Wobei sich diese Personen mehrere Schlägereien mit den linksextremen Autonomen lieferten. Die Anklageschrift schilderte, wie einige der gewaltbereiten Fussballfans mehrere Gegner mit Faustschlägen und Fusstritten verprügelten. Dabei hielt sich der beschuldigte Mechaniker jeweils mitten in der Schar der Rechtsextremen auf. Die Anklagebehörden stützten sich dabei als Hauptbeweis auf ein Polizeivideo ab.

Hohe Geldstrafe gefordert

Der zuständige Staatsanwalt verlangte für den nicht geständigen Angeklagten wegen Landfriedensbruchs eine hohe, teilbedingte Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu 100 Franken sowie 1000 Franken Busse. Die Hälfte der 15 000 Franken sollte der zweifach vorbestrafte Schweizer bezahlen.

Vor Gericht wies der ledige Mann die Strafanträge zurück. Dies könne er niemals bezahlen, beschwerte er sich und führte aus, dass er diese Hooligans gar nicht gekannt habe.

Zudem zeigte er sich besorgt, dass im Falle eines Schuldspruchs seine Militärkarriere als angehender Feldweibel gefährdet wäre.

Mitgegangen, mitgehangen

Das Gericht kam aufgrund des Filmmaterials zu einem klaren Schuldspruch und setzte eine teilbedingte Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu 50 Franken fest. Mit 3000 Franken soll der Angeklagte die Hälfte davon abliefern. Da sich der Beschuldigte während einer längeren Zeit in der fraglichen Gruppe aufgehalten habe, sei der Straftatbestand des Landfriedensbruchs erfüllte, erklärte die Vorsitzende Esther Vögeli. Dabei spiele es keine Rolle, ob der Angeklagte diese Leute gekannt habe oder nicht, fuhr sie fort. Vögeli zeigte sich auch überzeugt, dass er genau gewusst habe, dass es am 1. Mai im Kreis 4 zu Ausschreitungen kommen würde. Neben einem Teil der Geldstrafe soll der verurteilte Mann auch für die Gerichtsgebühr von 1500 Franken aufkommen.

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