Krise: Kouchner und Miliband im Kongo
Aktualisiert

KriseKouchner und Miliband im Kongo

Die Aussenminister Frankreichs und Grossbritanniens, Bernard Kouchner und David Miliband, sind am Samstag zu einem Krisenbesuch in der Demokratischen Republik Kongo eingetroffen.

Nach Angaben aus Diplomatenkreisen wollten beide zunächst mit Kongos Präsident Joseph Kabila über den Konflikt im Osten des Landes sprechen. Anschliessend wollten Kouchner und Miliband nach Ruanda weiterreisen, wo ein Treffen mit Staatschef Paul Kagame auf dem Programm stand.

Der französische Aussenminister hatte die Lage in der Krisenprovinz Nord-Kivu vor seiner Abreise im Radiosender Europe 1 als «Massaker» beschrieben.

Nach heftigen Gefechten zwischen Regierungstruppen und Rebellen im Osten des Kongo sind zehntausende Menschen auf der Flucht. Anfang des Jahres hatten sich Regierung und Rebellen bei einer Friedenskonferenz in der Stadt Goma im Ostkongo eigentlich auf einen Waffenstillstand geeinigt.

Die Kämpfe waren Ende August aber wieder aufgeflammt. Die Regierung des Kongo wirft Ruanda vor, die Rebellen um den abtrünnigen General Laurent Nkunda zu unterstützen.

Im umkämpften Gebiet droht eine humanitäre Katastrophe, wie das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) bereits am Freitag erklärte. Viele Menschen, die in die Wälder geflohen seien, seien für die Hilfsorganisationen unerreichbar.

Nach UNO-Angaben wurden selbst Flüchtlingslager geplündert und niedergebrannt. Nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen ist zudem in einem Flüchtlingslager die Cholera ausgebrochen.

(sda)

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