Aktualisiert

Nach ProtestenKP-Chef von Urumqi abgesetzt

Nach zwei Tagen blutiger Proteste in der nordwestchinesischen Stadt Urumqi ist der dortige Chef der Kommunistischen Partei abgesetzt worden. Demonstranten hatten seinen Rücktritt gefordert. Sie beklagten eine schlechte Sicherheitslage in der Stadt.

Ein Grund für die Entfernung Li Zhis aus dem Amt wurde im von der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua verbreiteten Communiqué nicht genannt.

Unterdessen kehrte in Urumqi nach den Unruhen mit fünf Toten am Samstag gespannte Ruhe ein. Mit Metallbarrieren waren die Zugänge zu den Wohngebieten der meist muslimischen Uiguren abgesperrt. Zahlreiche Polizisten waren auf den Strassen und an Kontrollposten zu sehen.

Hintergrund der neuen Spannungen ist eine mysteriöse Serie von Angriffen mit Injektionsnadeln seit dem 20. August. Bei den Protesten gegen mangelnde Sicherheitsvorkehrungen seitens der Behörden kamen nach offiziellen Angaben am Donnerstag mindestens fünf Menschen ums Leben, 14 weitere wurden verletzt.

Die Regierung machte muslimische Separatisten für die Angriffe verantwortlich, genauso wie für die Unruhen von Anfang Juli. Bei den schwersten Protesten in der Provinz Xinjiang seit über einem Jahrzehnt wurden nach Behördenangaben fast 200 Menschen getötet und weitere 1.700 teils schwer verletzt.

Hintergrund der Unruhen sind Spannungen zwischen den Uiguren und Han-Chinesen, der grössten Volksgruppe in China. Das muslimische Turkvolk der Uiguren fühlt sich von der Regierung im fernen Peking unterdrückt, ähnlich wie die benachbarten Tibeter. (dapd)

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