Krach bei ABB: Chef geht - Aktie taucht
Aktualisiert

Krach bei ABB: Chef geht - Aktie taucht

Fred Kindle, der Chef des Elektrotrechnik-Konzern ABB, verlässt das Unternehmen. Als Grund nennt ABB «unüberbrückbare Differenzen über die Führung des Unternehmens».

Interimistisch übernimmt Finanzchef Michel Demaré die Konzernleitung, wie ABB am Mittwoch mitteilte. Die Suche nach einem Nachfolger für Fred Kindle habe «umgehend» begonnen.

Der Verwaltungsrat stehe «vollumfänglich hinter den strategischen Zielen, die im September 2007 bekanntgegeben wurden», heisst es in der Mitteilung weiter. Der Verwaltungsrat sei davon überzeugt, dass die Konzernleitung die Strategie umsetzen könne.

«Der Verwaltungsrat ist Fred Kindle sehr dankbar dafür, dass er das Unternehmen in den letzten drei Jahren zu herausragenden Leistungen geführt hat», wird Verwaltungsratspräsident Hubertus von Grünberg in der Mitteilung zitiert.

Kindle war erfolgreich

Kindle habe hat das operative Geschäft des Konzerns mit grossem Erfolg gestärkt. Unter seiner Leitung habe sich ABB im Hinblick auf Wachstum, Rentabilität und Geschäftsethik zu «einem führenden Unternehmen entwickelt.»

Kindle leitete ABB seit Ende 2004. Er ist Schweizer und Liechtensteiner Staatsbürger. Er war der erste Schweizer CEO von ABB seit der Fusion von Brown-Boveri (BBC) und Asea im Januar 1988. Zuvor war Kindle ab 1992 Konzernchef von Sulzer. Der ehemalige McKinsey-Berater hatte Sulzer restrukturiert und dabei verschiedene Unternehmensteile veräussert.

ABB für Kindle-Abgang an Börse abgestraft

Der abrupte Abgang von Fred Kindle hat am Morgen einen Absturz des ABB-Aktienkurses ausgelöst. Der Titel wurde gleich zu Handelsbeginn 6,0 Prozent tiefer bewertet als am Vorabend und verlor in der Folge bis zu 8,0 Prozent an Wert. Nach einer Viertelstunde stand der ABB-Kurs mit 25,38 Franken weiterhin 7,5 Prozent tiefer.

SDA/AP

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