Auch für Hobby-Jäger: Krähen zum Abschuss freigegeben
Aktualisiert

Auch für Hobby-JägerKrähen zum Abschuss freigegeben

Die Aargauer Bauern fordern zusätzliche Krähenjäger. Ihre Kollegen im Baselbiet dürfen bereits jetzt selber zur Schrotflinte greifen, wenn Rabenkrähen ihre Felder plündern. Naturschützer wehren sich.

von
Samuel Hufschmid
Der Aargauer Bauernverband bläst zur Jagd auf Krähen.

Der Aargauer Bauernverband bläst zur Jagd auf Krähen.

Auch Personen ohne Jagdpatent soll das Abschiessen von Krähen erlaubt sein, fordert der Aargauer Bauernverband. «Alle, die Krähen jagen können und wollen, sollen die Erlaubnis erhalten», sagte Geschäftsführer Ralf Bucher gegenüber der «BZ Basel».

Beim Bauernverband beider Basel hat man Verständnis für diese Forderung: «Auch wir haben Probleme mit Krähen, die stellenweise in grossen Gruppen auftreten und ganze Felder plündern», sagt Präsident Stefan Kälin. Seit 2008 dürfen im Baselbiet Bauern und Grundstückbesitzer selber zur Flinte greifen. «Unser Jagdgesetz erlaubt bei Rabenkrähen sogenannte Selbsthilfemassnahmen», erklärt der Baselbieter Wildhüter Gabriel Sutter. In der letzten Jagdsaison seien insgesamt 396 Krähen geschossen worden. Seit Mitte 2012 dürfen Jäger auch auf die zuvor geschützten Saatkrähen schiessen.

Suzanne Oberer-Kundert vom Basellandschaftlichen Natur- und Vogelschutzverband ist grundsätzlich gegen das Töten von Vögeln: «Das Abschiessen macht keinen Sinn, weil sich die Bestände sofort wieder erholen.» Eine allfällige Ausweitung der Lizenzen würde ihr Verband bekämpfen. «Sollten auch unsere Bauern zusätzliche Vogel-Jäger fordern, werden wir uns mit allen Mitteln dagegen wehren.»

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