Novartis: Kränkelnde Pharmadivision schafft Trendwende
Aktualisiert

NovartisKränkelnde Pharmadivision schafft Trendwende

Novartis hat im ersten Halbjahr an Dynamik gewonnen. Mit einem Umsatzplus von 11 Prozent und einem überproportionalen Anstieg des Reingewinns um 13 Prozent auf 4,6 Mrd. Fr. steuert der Konzern auf ein weiteres Rekordergebnis zu.

Überraschend stark auf Touren gekommen ist Novartis trotz weiteren Einbussen in den USA im zweiten Quartal, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Halbjahresabschluss des Basler Konzerns hervorgeht. Der Nettoumsatz stieg von April bis Juni um 14 Prozent, nachdem das Wachstum in den ersten drei Monaten 9 Prozent betragen hatte.

Zu verdanken hat Novartis die Steigerung des Halbjahresumsatzes um 11 Prozent auf 20,6 Mrd. Dollar indes hauptsächlich dem schwachen Dollar, auf den 9 Prozentpunkte des Wachstums entfallen. Volumensteigerungen machen lediglich 2 Prozentpunkte aus.

«Stratgie trägt Früchte»

Konzernchef Daniel Vasella zeigt sich jedoch zufrieden. Die Wachstumsbeschleunigung im zweiten Quartal zeige, dass die Strategie des Unternehmens Früchte trage und Novartis trotz schwacher Konjunktur viel versprechende Zukunftsaussichten habe.

Die Trendwende schaffte die Division Pharma. Das wichtigste Standbein von Novartis konnte den Halbjahresumsatz um 10 Prozent auf 13,2 Mrd. Dollar steigern. In Lokalwährungen betrug das Wachstum 1 Prozent.

Im ersten Quartal hatte Pharma in lokalen Währungen noch einen Umsatzrückgang um 3 Prozent verbuchen müssen. Im zweiten Quartal wurde dagegen ein Plus um 5 Prozent registriert, womit die internen Erwartungen übertroffen wurden. Die Grundlage für den von Novartis mehrfach angekündigten neuen Wachstumszyklus bei Pharma scheint damit gegeben.

Diovan und Krebsmedikament als Umsatztreiber

Zum Wachstum der Pharmasparte trugen vorab Krebsmittel und der Blutdrucksenker Diovan bei. Zusammen mit neu eingeführten Produkten konnten diese Medikamente den durch neue Generika hervorgerufenen Rückgang der Verkäufe um 11 Prozent in den USA mehr als wettmachen, heisst es im Communiqué.

Den Spitzenrang auf der Umsatzrangliste belegt auch im ersten Halbjahr Diovan, dessen Verkäufe in lokalen Währungen um 12 Prozent auf 2,9 Mrd. Dollar stiegen. Ebenfalls über der Milliardenmarke liege das Krebsmedikament Glivec mit einem Umsatz von 1,8 Mrd. Dollar (&17 Prozent).

Danach folgen die Krebsmedikamente Zometa (677 Mio. Dollar), Femara (561 Mio. Dollar) und Sandostin (588 Mio. Dollar) vor dem Augenheilmittel Lucentis (437 Mio. Dollar).

Umsatzsteigerungen verbuchten im Halbjahr neben der Pharmasparte auch die übrigen Divisionen: Die noch defizitäre Sparte Impfstoffe und Diagnostika steigerte die Verkäufe in Lokalwährungen um 15 Prozent auf 602 Mio. Franken.

Die Generikadivision Sandoz legte derweil, trotz einem Minus von 7 Prozent in den USA, um 2 Prozent auf 3,9 Mrd. Dollar zu. Consumer Health wuchs um 4 Prozent auf knapp 3 Mrd. Dollar.

«Forward» kommt vorwärts

Den Anstieg des operativen Ergebnisses um 12 Prozent auf 4,9 Mrd. Dollar führt Novartis neben der «soliden Geschäftsexpansion» auf das Effizienzprogramm «Forward» zurück. Von den Einsparungen von 670 Mio. Dollar, die das Programm 2008 bringen soll, wurden im Halbjahr bereits 65 Prozent realisiert, wie es in der Mitteilung heisst.

Das im Dezember 207 gestartete Programm «Forward» beinhaltet den Abbau von 2500 von insgesamt 98 000 Stellen in 140 Ländern. Fast alle betroffenen Mitarbeitenden sind laut dem Konzern informiert und 1853 Stellen bereits abgebaut worden. Bis 2010 sind Einsparungen von 1,6 Mrd. Dollar vorgesehen.

Für das Gesamtjahr 2008 rechnet Novartis weiterhin mit einem neuen Rekordergebnis. Für den Konzern wird ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich erwartet. Pharma soll im unteren einstelligen Bereich wachsen.

Mit den Ergebnissen entsprach Novartis den Markterwartungen. Die Aktie notierte nach Handelsschluss bei 57.95 und lag damit 0,9 Prozent im Plus. Der SMI legte aber mit 2,4 Prozent deutlicher zu. (dapd)

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