Aktualisiert 26.10.2010 11:06

Fussball-Orakel

Krake Paul ist tot – nun erhält er ein Denkmal

Das wohl berühmteste Tierorakel der Welt lebt nicht mehr. Paul tippte acht Spiele der Fussball-WM 2010 richtig – zum Erstaunen von Mathematikern.

Der berühmteste Krake der Welt ist tot. Paul ging als Orakel in die deutsche Fussballgeschichte ein.

Der berühmteste Krake der Welt ist tot. Paul ging als Orakel in die deutsche Fussballgeschichte ein.

Der Krake Paul aus Oberhausen starb in der Nacht zu Dienstag, wie das Sealife mitteilte. Der durch seine Vorhersagen während der Fussball-WM weltweit bekannt gewordene Tintenfisch entschlief in der Nacht zum Dienstag «sanft», wie das Sealife Aquarium in Oberhausen mitteilte.

Während der Fussball-WM in Südafrika war Paul zum Star geworden: Er hatte bei allen sieben deutschen Spielen sowie beim Final zwischen Spanien und den Niederlanden den Sieger richtig vorhergesagt.

Aus manchen Ländern brachte ihm das allerdings unverhohlene Drohungen mit dem Kochtopf ein. Deshalb wurde in der Schlussphase der Weltmeisterschaft sogar sein Aquarium bewacht.

Krake Paul:Deutschland gewinnt kleines Finale

Die Betreiber des Grossaquariums im Ruhrgebiet wollen die Erinnerung an Paul auch posthum bewahren. Sein Körper solle in den kommenden Tagen eingeäschert und die Urne mit Pauls Asche in einer Ausstellung präsentiert werden, teilte das Sealife mit.

Denkmal für Paul

In der Ausstellung werde zudem ein Denkmal für die Krake errichtet und ein Film mit Szenen aus seinem Leben gezeigt. Auch die aus aller Welt eingegangenen Geschenke sollten dort gezeigt werden.

Zudem sollen die Acrylglasboxen aus dem WM-Tippspiel ausgestellt werden: Für den Tipp war Muschelfleisch in die zwei mit Flaggen der Spielgegner gekennzeichneten Boxen gelegt worden. Die Box, die Paul dann öffnete, sollte Sieger bei dem Spiel werden - zu hundert Prozent trat die Prognose später auch ein.

Neun Gehirne

Weshalb Paul so treffsicher war, erklärte Sealife-Mitarbeiter Daniel Fey im Juli so: «Tintenfische haben insgesamt neun Gehirne» (acht davon in den Fangarmen). Das entspreche der Intelligenz eines zweijährigen Kindes. Mit einem Augenzwinkern fügt er hinzu: «Wir haben nur eines. Wie sollen wir da nur wissen, was er denkt?»

Auch aus mathematischer Sicht ist die Trefferquote von Paul höchst erstaunlich: Bei seinem ersten WM-Tipp habe die Wahrscheinlichkeit, richtig zu liegen, bei 50 Prozent gelegen. Bei jeder weiteren Vorhersage müsse die Wahrscheinlichkeit mit dem Faktor 1/2 multipliziert werden, rechnete Pieter Moree, Mathematiker vom Max-Planck-Institut für Mathematik in Bonn, vor. Die Wahrscheinlichkeit, für das richtige Land zu tippen, werde dementsprechend mit jedem Spiel geringer.

Paul junior

Im Aquarium wartet Sealife zufolge bereits ein Nachfolger, der ebenfalls Paul heisst. Eigentlich hätte ihn Paul senior in den kommenden Wochen anlernen sollen - nun wird der Junior ins kalte Wasser geworfen. (sda/dapd)

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