Aktualisiert 13.01.2014 11:57

Dubiose HändlerinKranke Welpen über Online-Inserate verkauft

Eine Züchterin aus dem Kanton Bern verkauft auf Online-Portalen kranke Hundewelpen an ahnungslose Kunden aus der Schweiz. Die Tiere stammen aber aus Tschechien.

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pjz/sie/mib/huf

Mehrere Hundeliebhaber wurden von der vermeintlichen Hunde-Züchterin S. N. (Name der Redaktion bekannt) aus dem Emmental übers Ohr gehauen. Die Welpen wurden vor Weihnachten unter anderem auf der Online-Plattform Tutti.ch für bis zu 1600 Franken als geimpfte und entwurmte Hunde angeboten.

Zu den Geschädigten gehört auch Rebecca Zimmermann aus Reinach BL. Gleich am Tag nach dem Kauf der zweimonatigen Bully-Hündin Emily bemerkte sie, dass der Körper des Tieres mit roten Flecken übersät war. Sofort ging Zimmermann zu ihrer Tierärztin – der Bluttest ergab, dass der Welpe einen Infekt hatte sowie - anders als im Inserat versprochen - nicht entwurmt war.

Kein Einzelfall

«Ich fühle mich betrogen», sagt Zimmermann. Ihr Hund stammt aus Tschechien, wie die Kontrolle des Microchips zeigte. N. versicherte jedoch, dass es sich um Schweizer Hunde handle. Als Zimmermann die Züchterin darauf ansprach, reagierte diese zunächst unwissend. Später wollte sie den Welpen gegen Erstattung des vollen Verkaufspreises zurückverlangen.

Zimmermann ist kein Einzelfall: Patrick Schweizer und Amelia Berger aus dem Kanton Bern kauften bei N. ebenfalls via Internet-Inserat eine französische Bulldogge. «Wenige Tage später bemerkten wir Ausschläge am Körper des Welpen, der Kot war blutig und NJ verlor Haare», so Berger. Beim Tierarzt wurde klar: Der Welpe hat Parasiten und Würmer. «Dabei steht in unserem Vertrag, dass NJ geimpft wurde.» Auch ihnen bot die Züchterin an, den Welpen zurückzunehmen.

Käufer erwägen rechtliche Schritte

Dasselbe Vorgehen auch bei Andre Konrad und Ramona Wüthrich aus dem luzernischen Neudorf: Ihr Welpe Tyson erkrankte ebenfalls nach wenigen Tagen. Als sie N. mit den Vorwürfen konfrontierten, habe sie mit rechtlichen Schritten gedroht und damit, ihn zurückzuholen. «Aber das wollen wir nicht, wer weiss, was dann mit ihm geschieht!», so Wüthrich.

Die Hundebesitzer wollen nun gemeinsam gegen die Hunde-Verkäuferin vorgehen. Beim Berner Tierschutz ist man nicht überrascht: «Wer Tiere in die Schweiz importiert, braucht eine Bewilligung. Ich gehe aber davon aus, dass die Hälfte importierter Welpen, die im Internet zum Verkauf angeboten werden, illegal in die Schweiz gebracht wurden», so Lukas Bircher, Geschäftsführer vom Berner Tierschutz.

Die Züchterin N. war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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