Prämien 2013: Krankenkassen: Junge müssen bluten
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Prämien 2013Krankenkassen: Junge müssen bluten

Der Prämienrabatt für junge Erwachsene hat sich innert fünf Jahren halbiert. 2013 steigen die Krankenkassentarife der 19- bis 25-Jährigen fast doppelt so stark wie für die Gesamtbevölkerung.

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whr
Die Prämienreduktion der jungen Erwachsenen, die sich oft noch in der Ausbildung befinden oder geringe Einkommen haben, hat sich innert fünf Jahren halbiert.

Die Prämienreduktion der jungen Erwachsenen, die sich oft noch in der Ausbildung befinden oder geringe Einkommen haben, hat sich innert fünf Jahren halbiert.

Bundesrat Alain Berset gibt am Donnerstag die Krankenkassenprämien 2013 bekannt. Basierend auf den provisorischen Prämien von rund 80 Prozent der Versicherten hat der Internet-Vergleichsdienst comparis.ch einen Prämienanstieg von 2,2 Prozent errechnet.

Überdurchschnittlich hoch ist der Prämienanstieg bei der Altersgruppe der jungen Erwachsenen. Für diese steigen die Prämien um knapp 4 Prozent und damit fast doppelt so stark wie für die Gesamtbevölkerung. Bereits in den vergangenen Jahren sind die Prämien der jungen Erwachsenen überdurchschnittlich gestiegen: Auf das Jahr 2012 hin 60 Prozent stärker als die Prämien der Erwachsenen und auf das Jahr 2011 hin 56 Prozent.

Im Jahr 2002 hat die Prämienreduktion der jungen Erwachsenen, die sich oft noch in der Ausbildung befinden oder geringe Einkommen haben, noch 22 Prozent betragen. Im Jahr 2008 haben die jungen Erwachsenen noch einen Rabatt von 16 Prozent erhalten, 2013 werden es noch knapp 7 Prozent sein.

Grosse kantonale Unterschiede

Die Krankenkassenprämien steigen je nach Kanton unterschiedlich stark. Die stärksten Erhöhungen sind in Appenzell Ausserrhoden mit über 5 Prozent (rund 140 Franken pro Jahr) zu erwarten. In Appenzell Innerrhoden steigen die Prämien gegen 4 Prozent (rund 90 Franken pro Jahr), in Glarus über 3 Prozent (rund 100 Franken pro Jahr). Unterdurchschnittlich sind die Prämienerhöhungen in Zug (1 Prozent, resp. rund 40 Franken pro Jahr).

Unterschiedliche Berechnungsmethoden

Die schweizweit durchschnittliche Prämienerhöhung in Prozent, die das Bundesamt für Gesundheit (BAG) jeweils bekannt gibt, wird etwas tiefer ausfallen als der von comparis.ch berechnete Wert. Das BAG nimmt für den Durchschnittswert des Prämienanstiegs die Prämien des Standardmodells mit 300er-Franchise und Unfalldeckung für Erwachsene. Noch knapp jede siebte Person in der Schweiz hat diese Versicherungsdeckung.

Die Berechnung von comparis.ch ist nach Mitgliederzahlen der Krankenkassen gewichtet und berücksichtigt alle Kantone, Altersgruppen, Franchisenstufen und Versicherungsmodelle. Die Auswertungen basieren auf provisorischen Prämien. In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass es jeweils nur minimale Unterschiede zwischen den provisorischen und den definitiven Prämien gibt. Ein Bericht der Eidgenössischen Finanzkontrolle bestätigt diesen Befund.

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