Zusatzversicherung: Krankenkassen schränken freie Spitalwahl ein
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ZusatzversicherungKrankenkassen schränken freie Spitalwahl ein

Eigentlich gehört die freie Wahl des Behandlungsorts zu vielen Zusatzversicherungen dazu. Dies hat sich nun bei zahlreichen Krankenkassen geändert.

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Früher war die freie Spitalwahl bei Zusatzversicherungen selbstverständlich.

Früher war die freie Spitalwahl bei Zusatzversicherungen selbstverständlich.

Fabian Sommer
Viele Krankenkassen haben diese nun aber eingeschränkt.

Viele Krankenkassen haben diese nun aber eingeschränkt.

Keystone/Gaetan Bally
Eigentlich kommen Zusatzversicherungen aber nur für Extraleistungen wie Ein- oder Zweibett-Zimmer auf.

Eigentlich kommen Zusatzversicherungen aber nur für Extraleistungen wie Ein- oder Zweibett-Zimmer auf.

Keystone/Gaetan Bally

Halbprivat- und privatversicherte Patienten sind es gewöhnt, in der ganzen Schweiz freie Spitalwahl zu haben. Dies hat sich nun allerdings geändert, berichtet die SRF-Sendung «Espresso». Ganze 10'000 Franken hat ein Halbprivat-Versicherter selbst bezahlen müssen, da sich die Krankenkasse nicht mit dem Universitätsspital in Basel auf einen Tarifvertrag einigen konnte. Dies sei kein Einzelfall.

«Zahlreiche Krankenkassen haben begonnen, die freie Spitalwahl bei der Spitalzusatzversicherung einzuschränken», sagt Felix Schneuwly, Krankenkassen-Experte beim Internet-Vergleichsdienst Comparis zu SRF. Allerdings werden Kunden darüber nur selten oder nicht genügend informiert.

Krankenkassen wurden «erpressbar»

Tatsächlich haben Krankenkassen viele Jahrzehnte lang damit geworben, dass sich Zusatzversicherte ihr Spital frei aussuchen können. Dies führte laut Schneuwly allerdings dazu, dass die Krankenkassen durch die Spitäler erpresst werden konnten. Denn sie wussten, dass die Kassen dazu gezwungen waren, mit ihnen Verträge abzuschliessen. Daher konnten sie die Tarife so ansetzen, wie sie wollten.

Die Krankenkassen fürchten sich allerdings nicht vor einer grossen Kundenabwanderung. Viele Zusatzversicherte ab 50 Jahren können diese nämlich gar nicht mehr wechseln, da sie altersbedingt von anderen Kassen nicht mehr angenommen werden. Daher greift nun die Finanzmarktaufsicht Finma ein.

Mehr Transparenz

«Zum Schutz der Zusatzversicherten verlangt die Finma, dass die Krankenkassen genau prüfen, für welche Leistungen sie bezahlen und ob diese nicht durch die Grundversicherung gedeckt sind», sagt Tobias Lux, Mediensprecher der Finma, zu SRF. Er verlangt daher mehr Transparenz von den Kassen.

Auch der Spitalverband H+ bedauert, dass die Zusammenarbeit zwischen Spitälern und Kassen gescheitert sei. Darunter leide die ganze Branche. Seit 2012 sei genau festgelegt, was eine Operation zu kosten habe. Daher dürfen Zusatzversicherungen nur verrechnen, was nicht bereits über die Grundversicherung abgedeckt ist. Darunter fallen Kosten für Ein- oder Zweibettzimmer, besseres Essen oder eine Behandlung durch den Chefarzt. (20 Minuten)

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