Krankenkassenprämien steigen weniger stark an
Aktualisiert

Krankenkassenprämien steigen weniger stark an

Das Kostenwachstum in der obligatorischen Krankenversicherung hat sich im ersten Quartal des laufenden Jahrs verglichen mit der Vorjahresperiode verlangsamt.

Die Aussagekraft der Zahlen bleibt aber wegen Verzögerungen bei der Rechnungsstellung beschränkt.

Die Steigerung auf durchschnittliche Monatskosten von 232 Franken pro Versicherten entsprach einem Anstieg von gut zwei Prozent, wie die Bundesbehörden am Montag mitteilten. Im vergangenen Jahr waren die Kosten im ersten Quartal noch um acht Prozent gestiegen. Vor allem die ambulanten Spitalkosten legten deutlich weniger stark zu als noch im Vorjahr. Am höchsten waren die Kosten insgesamt mit 324 Franken in Genf, am tiefsten mit 151 Franken im Kanton Appenzell Innerrhoden.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) verwiest allerdings am Beispiel der ambulanten Spitalkosten auf die beschränkte Aussagekraft der kurzen Berichtsperiode von drei Monaten und speziell des ersten Quartals. Kleine Schwankungen fielen hier ganz besonders ins Gewicht. Verschiebungen bei der Rechnungsstellung im Zusammenhang mit dem Jahresabschluss oder anderem, die nicht auf eine eigentliche Kostenveränderung zurückzuführen seien, könnten rasch zu erheblichen Differenzen führen. 2005 beispielsweise seien nach Schwierigkeiten bei der Einführung des Tarmed-Tarifs im Vorjahr gehäuft Rechnungen gestellt worden und hätten die Kosten im ambulanten Spitalbereich in die Höhe getrieben. Auch beziehe sich ein Teil der bezahlten Rechnungen auf Leistungen, die im Vorjahr erbracht worden seien, und Tariferhöhungen des laufenden Jahrs würden sich entsprechend noch nicht voll auswirken.

Seit Anfang Jahr weist das BAG die Kostenentwicklung in der obligatorischen Krankenversicherung im Internet aus, damit die Kostenentwicklung genauer verfolgt werden kann. Die Kosten werden quartalsweise nach Kostengruppen und Kantonen aufgegliedert. Die Publikation erfolgt wegen der Bearbeitungszeit jeweils um rund drei Monate verzögert. (dapd)

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