30.01.2020 20:58

Morphium in MuttermilchKrankenschwester tötet beinahe fünf Frühchen

Eine Pflegefachfrau soll Frühchen in einem Spital in Ulm in Lebensgefahr gebracht haben. Die Ermittler fanden eine Spritze mit Muttermilch und Morphium in ihrem Schrank.

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Im Universitätsklinikum Ulm soll eine junge Krankenschwester fünf Frühchen durch Verabreichung von Morphium in Lebensgefahr gebracht haben.

Im Universitätsklinikum Ulm soll eine junge Krankenschwester fünf Frühchen durch Verabreichung von Morphium in Lebensgefahr gebracht haben.

epa/Ronald Wittek
Die Verdächtige wurde nach Hinweisen der Klinik auf verdächtige Rückstände im Urin der Kinder als mutmassliche Verursacherin ermittelt.

Die Verdächtige wurde nach Hinweisen der Klinik auf verdächtige Rückstände im Urin der Kinder als mutmassliche Verursacherin ermittelt.

Keystone/AP/Arno Burgi
«Der schreckliche Verdacht hat sich bestätigt», sagte die Polizei in der baden-württembergischen Stadt am 30. Januar 2020 bei einer Pressekonferenz.

«Der schreckliche Verdacht hat sich bestätigt», sagte die Polizei in der baden-württembergischen Stadt am 30. Januar 2020 bei einer Pressekonferenz.

Christoph Schmidt

In einem Spital im deutschen Ulm soll eine 28-jährige Pflegefachfrau fünf Frühchen durch Verabreichung von Morphium in Lebensgefahr gebracht haben. «Der schreckliche Verdacht hat sich bestätigt», sagte die Polizei in der baden-württembergischen Stadt am Donnerstag bei einer Pressekonferenz.

Wie die Behörden weiter mitteilten, wurde die Frau wegen Fluchtgefahr verhaftet. Die Ermittler werfen ihr versuchten Totschlag sowie gefährliche Körperverletzung vor. Die Verdächtige bestreitet die Tat.

Drei Frühchen mussten beatmet werden

Die junge Krankenschwester wurde nach Hinweisen der Klinik auf verdächtige Rückstände im Urin der Kinder als mutmassliche Verursacherin ermittelt. Demnach hatten die in einem Zimmer untergebrachten Frühchen im Alter zwischen einem Tag und fünf Wochen zeitgleich an lebensbedrohlichen Atemproblemen gelitten. Die Kinder konnten durch den sofortigen Einsatz des Personals gerettet werden. Drei der fünf Frühchen mussten jedoch nach Angaben des Klinikums beatmet werden.

Laut Polizei und Staatsanwaltschaft vermutete das Spital nach dem Geschehen zunächst eine Infektion als Ursache. Tests von Urinproben der Babys schlossen das jedoch aus. Die Proben wiesen zugleich Rückstände des starken Schmerzmittels Morphium auf, obwohl zumindest zwei der betroffenen Kinder gar keines erhalten sollten. Daraufhin alarmierte die Leitung vor rund zehn Tagen die Polizei.

Eine verdächtige Spritze im Spind der Pflegerin

Im fraglichen Zeitraum hatten auf der Station vier Pflegerinnen und zwei Ärztinnen Dienst. Im Zuge der Ermittlungen durchsuchten Beamte am Dienstag unter anderem die Spinde der sechs Mitarbeiterinnen. Im Schrank der festgenommenen Pflegefachfrau fanden sie eine Spritze mit Muttermilch, die ersten Analysen zufolge Morphium enthielt.

«Aufgrund der sofortigen medizinischen Intervention konnte eine weitere Verschlechterung des Zustands der Neugeborenen verhindert werden, sodass sie im Verlauf von 48 Stunden wieder stabil waren und wieder selbststandig atmen und im Verlauf nach Hause entlassen werden konnten», teilte das Spital mit. Spätfolgen sind nach der derzeitigen ärztlichen Einschätzung nicht zu erwarten.

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