Gerätetest: Krass, dieses Smartphone kostet nur 169 Franken

Publiziert

GerätetestKrass, dieses Smartphone kostet nur 169 Franken

Für ein neues Handy muss man nicht immer mehrere Hundert oder gar über tausend Franken ausgeben. Das Nokia 3.4 kostet nicht einmal 200 Franken. Aber taugt es auch etwas? 20 Minuten hat das günstige Smartphone getestet.

von
Dominique Zeier

So sieht das Nokia 3.4 aus.

20Min

Darum gehts

  • Moderne High-End-Smartphones sind oft sehr teuer.

  • Nicht so das neue Handy des finnischen Herstellers Nokia.

  • Das Nokia 3.4 kostet nur 169 Franken.

  • Was das Gerät draufhat, kannst du hier lesen.

Ein iPhone 12 Pro Max kostet 1589 Franken. Ähnlich sieht es beim Samsung Galaxy Note 20 Ultra aus. Dieses kostet zwischen 1300 und 1500 Franken – ganz zu schweigen vom Samsung Galaxy Z Fold 2, das für satte 2299 Franken zu haben ist. Aber auch für Smartphones in einem günstigeren Preissegment muss man häufig zwischen 700 und 1000 Franken bezahlen. So kostet das normale iPhone 12 beispielsweise rund 900 Franken.

Wer für ein Smartphone der neusten Generation aber nicht so viel Geld ausgeben möchte, für den gibt es ebenfalls Alternativen. Im Oktober hat die finnische Handy-Marke Nokia das neue Smartphone Nokia 3.4 herausgebracht. Dieses kostet nur 169 Franken. Doch taugt ein so günstiges Gerät auch etwas?

Das Design

Das Nokia 3.4 ist in drei verschiedenen Farben erhältlich, die an die Schönheit der nordischen Länder erinnern sollen. Tatsächlich zeigt sich sowohl die Farbe Fjord – ein Cyanblau, das ins Violette übergeht – als auch Dusk – ein tieferes Violett, das in einen goldenen Rotton übergeht – äusserst hübsch. Die Charcoal-Ausführung kommt in einem eher klassischen Grauton daher.

In der Hand fühlt sich die gerippte Rückseite des Telefons sehr angenehm an. Sie verhindert, dass das Handy leicht aus der Hand oder über den Tisch rutscht und lässt auch keine Fingerabdrücke zu. Auf der Vorderseite wirkt der Bildschirm mit einem rund drei Millimeter dicken, schwarzen Rahmen eher klobig. An der Unterseite des Bildschirms ist der Rahmen sogar beinahe fünf Millimeter dick und zeigt den Schriftzug «Nokia». Ein so gut sichtbares Firmenlogo ist bei modernen Geräten eher ungewöhnlich.

Ansonsten ist das Smartphone mit seinem 6.39-Zoll-Display von durchschnittlicher Grösse. Die Frontkamera schmiegt sich ohne Notch gut in das Display ein, und die Dreifach-Rückkamera ist ringförmig stilistisch schön in die Rückseite des Telefons eingebaut.

Die Kamera

Hier kommen wir zur ersten Schwachstelle des Telefons: der Kamera. Das Handy ist mit einer 13-MP-Hauptkamera ausgestattet, die ihre Arbeit zwar gut erledigt, aber natürlich nicht mit den Kameras der High-End-Smartphones mithalten kann. Selbst bei guten Lichtverhältnissen kommen die Bilder etwas grobkörnig heraus, und beim Fotografieren muss man gut darauf achten, dass sich das abgelichtete Objekt nicht bewegt. Darüber hinaus verfügt das Telefon über eine 5-MP-Weitwinkellinse und eine 2-MP-Tiefenkamera.

Ähnlich wie bei der Hauptkamera verhält es sich mit der 8-MP-Selfie-Cam. Wird es dunkel, so werden Bilder rasch etwas weich und ausgewaschen. Wer allerdings hauptsächlich Fotos für Instagram oder Facebook mit seinem Handy schiesst, wird mit den Kameras des Nokia 3.4 äusserst zufrieden sein. Nur professionell aussehende und hoch auflösende Bilder kann das Handy nicht liefern.

Die Performance

Positiv aufgefallen ist die Laufzeit: Die 4000-mAh-Batterie hält länger durch, als man dies bei anderen Handys mit derselben Ladekapazität gewöhnt ist. So kann es gut sein, dass man das Telefon – je nach Intensität des Gebrauchs – auch einmal mehr als einen Tag lang nutzen kann, bis es wieder aufgeladen werden muss.

Auf dem Smartphone läuft das Betriebssystem Android 10. Dank Android One gibt es mindestens zwei Jahre lang Android-Updates für das Gerät. Praktisch: Das Handy ist nach wie vor mit einem Kopfhöreranschluss ausgestattet. Bei vielen neueren Geräten ist dies nicht mehr selbstverständlich. Kopfhörer werden aber keine mitgeliefert und müssen separat gekauft werden.

Ausserdem verfügt das Gerät über einen Fingerabdruck-Scanner und eine Gesichtserkennungssoftware. Beim Erkennen des Fingerabdrucks brauchte das Handy jedoch oft mehrere Versuche, bis es sich entsperren lässt. Die Gesichtserkennung funktioniert allerdings einwandfrei und schnell.

Bei der Benutzung des Geräts muss man ab und zu etwas Geduld haben, da die Apps und Websites eher langsam laden. Ansonsten zeigt das Handy aber eine solide Performance, die für den Durchschnittsnutzer absolut ausreichend sein sollte.

Lohnt sich der Kauf?

Wer auf der Suche nach einem funktionstüchtigen, aber günstigen Smartphone ist, dem kann das Nokia 3.4 auf jeden Fall empfohlen werden. Auch die eher lange Akkulaufzeit und das Android-System, das Nokia so gut wie unverändert gelassen hat, sprechen für das Gerät. Wer jedoch viel Wert auf hochwertige Bilder und Videos legt, der sollte lieber die Finger von dem Telefon lassen. Auch Gamern, die mobil spielen möchten, ist eher von einem Kauf abzuraten. Zwar laufen Games wie «Fortnite» oder «Call of Duty» auf dem Telefon, allerdings eher langsam und mit geringer Frame-Rate. Ausserdem ist das Handy nichts für ungeduldige Gemüter, da das Laden von Websites oder Apps doch etwas länger braucht als bei anderen Telefonen.

Das Gerät gibt es seit Oktober im Schweizer Handel mit 64 GB Speicher für 169 Franken.

Digital-Push

Wenn du den Digital-Push abonnierst, bist du über News und Gerüchte aus der Welt von Whatsapp, Snapchat, Instagram, Samsung, Apple und Co. informiert. Auch erhältst du Warnungen vor Viren, Trojanern, Phishing-Attacken und Ransomware als Erster. Weiter gibt es Tricks, um mehr aus deinen digitalen Geräten herauszuholen.

So gehts: Installiere die neuste Version der 20-Minuten-App. Tipp unten rechts auf «Cockpit», dann «Einstellungen» und schliesslich auf «Push-Mitteilungen». Beim Punkt «Themen» tippst du «Digital» an – et voilà!

Deine Meinung

67 Kommentare