CL-Playoff: Krasser Aussenseiter – aber das kennt YB ja schon
Aktualisiert

CL-PlayoffKrasser Aussenseiter – aber das kennt YB ja schon

YB startet heute mit wenig Kredit ins Hinspiel der CL-Playoffs gegen Gladbach. Dieses Gefühl ist den Bernern nicht fremd.

von
E. Tedesco

YB-Trainer Adi Hütter will die Chance auf die Königsklasse am Schopf packen. (Video: 20 Minuten)

Nur noch zwei Spiele trennen YB von der Champions League. Aber diese im besten Fall 180 Minuten haben es in sich: Die Berner treffen in den Playoffs heute auf den deutschen Traditionsclub aus Gladbach (ab 20.45 Uhr im Live-Ticker). Die Bilanz Schweizer Vereine gegen Bundesligisten ist nicht unbedingt «optimal», sagt YB-Abwehrspieler Alain Rochat – auch die der Berner nicht: Gegen deutsche Teams gab es für YB in elf Duellen lediglich zwei Siege und fünf Remis.

Doch: «Man hat uns auch gegen Donezk wenig zugetraut», sagt der YB-Trainer. Auch der Tabellenvierte der letzten Bundesliga-Saison sei zu favorisieren, «aber wir wollen die Chance am Schopf packen».

Offen ist, mit welchem Personal der YB-Trainer den vierten Berner Anlauf in die Königsklasse angehen will. Das ohnehin schmale Kader ist nach den Verletzungen von Alexander Gerndt, Loris Benito, Taulant Seferi, Sven Joss und Sékou Sanogo ausgedünnt und heute ist auch der Einsatz von Captain Steve von Bergen fraglich.

Hütter über Paniktransfers

Es geht um rund 20 Millionen Franken, «den Traum eines jeden Spielers», sagt Rochat – und dennoch hat YB auf dem Transfermarkt nicht mehr auf die Ausfälle reagiert. Wieso?

«Wir sind mit einem ausgeglichenen Kader in die Saison gestartet, hatten alle Positionen doppelt besetzt», sagt Hütter. «Ich weiss nicht, ob es Sinn macht, Paniktransfers zu machen, einen Spieler zu holen, der uns nicht sofort helfen kann. Ich werde immer noch eine ordentliche Mannschaft stellen können.» Dabei hofft Hütter auch auf die Rückkehrer von Denis Zakaria und Thorsten Schick sowie auf den Heimvorteil auf Kunstrasen.

Alain Rochat vor dem CL-Playoff-Hinspiel

YB-Abwehrchef Alain Rochat spricht über die Vorfreude sich im CL-Playoff-Hinspiel mit Bundesligist Gladbach messen zu können. (15.8.2016)

Alain Rochat vor dem Hit gegen Borussia Mönchengladbach. (Video: 20 Minuten)

Kein Gegentor kassieren

Gladbach, davon geht YB aus, wird sich bestimmt auf Kunstrasen vorbereitet haben, aber «es dauert doch geraume Zeit, bis man sich an die ungewohnte Unterlage anpassen kann», sagt Rochat. Das sei nicht das Problem der Berner. Das YB-Wunschszenario vor fast ausverkauftem Haus? «Kein Gegentor zu kassieren», sagt Hütter. Und Rochat fügt augenzwinkernd an: «Ein 7:0 für uns.»

Das Ergebnis aus dem letzten Duell der beiden Eurofighter vor wenigen Wochen im Uhrencup sah indes anders aus. Es endete 3:3 unentschieden. «Testspiel ist Testspiel», sagt Hütter dazu nur. «Wir haben die Erkenntnisse aus dem Uhrencup genauso miteinbezogen, wie die Analyse meines Assistenten Harry Gämperle, der sich Gladbachs letzten Test gegen Lazio (0:0, Anm. d. Red.) angesehen hat.»

Stade de Suisse fast ausverkauft

Hütter rechnet dabei mit einer spielstarken Mannschaft, die mit einer Dreierkette antreten wird. Als zentrale Figuren hebt der YB-Trainer Weltmeister Christoph Kramer, der den zu Arsenal abgewanderten Schweizer internationalen Granit Xhaka ersetzt, den ehemaligen FCZ-Stürmer Raffael und Thorgan Hazard hervor.

«Wir brauchen zwei perfekte Spiele», sagt Hütter, «aber wir wollen uns auch in beiden Spielen top präsentieren. Wir haben nicht nur die Pflicht, YB international gut zu vertreten, sondern auch den Schweizer Fussball.» Im Gegensatz zum Spektakel gegen Donezk können die Berner gegen Gladbach auf viel Unterstützung zählen. Für den Hit im Stade de Suisse sind nur noch 2100 Tickets an den Vorverkaufsstellen zu haben. Bei YB rechnet man heute mit ausverkauftem Haus.

Zahlen zu CL-Playoff-Spielen YB stand bislang erst einmal in den Playoffs. In der Saison 2010/11 verlor man gegen Tottenham. Gladbach scheiterte in seinem bislang einzigen Playoff-Duell 2012/13 an Dynamo Kiew. Die Nationen mit den meisten Playoff-Teilnahmen (8) sind Dänemark, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien, Portugal und die Schweiz. England, Deutschland und Spanien haben 5 Playoff-Siege errungen. Weissrussland, Frankreich, Portugal und Russland 4. Teams aus der Schweiz, Kroatien, Zypern und Israel schauen auf drei Playoff-Siege zurück. (ete)

Zahlen zu CL-Playoff-Spielen YB stand bislang erst einmal in den Playoffs. In der Saison 2010/11 verlor man gegen Tottenham. Gladbach scheiterte in seinem bislang einzigen Playoff-Duell 2012/13 an Dynamo Kiew. Die Nationen mit den meisten Playoff-Teilnahmen (8) sind Dänemark, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien, Portugal und die Schweiz. England, Deutschland und Spanien haben 5 Playoff-Siege errungen. Weissrussland, Frankreich, Portugal und Russland 4. Teams aus der Schweiz, Kroatien, Zypern und Israel schauen auf drei Playoff-Siege zurück. (ete)

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