Krawalle in Frankreich: Ist das erst der Anfang?

Aktualisiert

Krawalle in Frankreich: Ist das erst der Anfang?

Fachleute befürchtet eine Radikalisierung der Gewalt in den sozialen Problemvierteln französischer Städte. Die Jugendlichen würden alles angreifen, was die Institutionen des Staates symbolisiere.

Der französische Soziologe Michel Wieviorka beklagt gleichzeitig das «Versagen des republikanischen Integrationsmodells».

«Die Situation könnte sich noch weiter verschlimmern, denn die Strukturprobleme der Pariser Vororte gibt es in vielen anderen Städten auch», sagte der Spezialist für städtische Gewalt der Zeitung «Le Parisien» (Freitagsausgabe).

Die Jugendlichen griffen alles an, was die Institutionen des Staates symbolisiere. «Sie fühlen sich ungerecht behandelt und von der Gesellschaft verachtet. Das ist der Grund für die Ausschreitungen.»

Wieviorka forderte neue Massnahmen, um die soziale Solidarität den wirtschaftlichen Realitäten anzupassen. «Das angebliche Modell der republikanischen Integration hat versagt.» Kosmetische Erklärungen und ein x-ter Notplan für die Vorstädte seien nicht ausreichend.

Seit einer Woche kommt es zu Gewalttaten in den Problemvierteln um Paris. Auslöser war der Unfalltod zweier Jugendlicher, die sich von der Polizei verfolgt glaubten.

(sda)

Deine Meinung