Tunesien: Krawalle in Tunis - Polizei setzt Tränengas ein
Aktualisiert

TunesienKrawalle in Tunis - Polizei setzt Tränengas ein

Etwa 1000 Menschen sind in die Hauptstadt Tunis marschiert, wo sie trotz Ausgangssperre blieben. Sie fordern eine Regierung ohne Vertreter des gestürzten Regimes.

In der tunesischen Hauptstadt Tunis ist es am Montag erneut zu Zusammenstössen zwischen Gegnern der Übergangsregierung und der Polizei gekommen. Dabei setzte die Polizei Tränengas ein, um eine Menschenmenge vor dem Amtssitz von Ministerpräsident Mohamed Ghannouchi zu vertreiben.

Die Demonstranten hatten nach Augenzeugenberichten Steine auf die Sicherheitskräfte geworfen und versucht, Beamte am Betreten des Regierungsgebäudes zu hindern. Wenig später beruhigte sich die Lage wieder. Über Verletzte gab es zunächst keine Angaben.

Die Demonstranten gehörten zu einer Gruppe von mehreren hundert Menschen aus der Stadt Sidi Bouzid, die bereits die Nacht über vor dem Regierungssitz ausgeharrt hatte. Sie waren zuvor in einer «Karawane der Befreiung» in die Hauptstadt gezogen, um einen Rücktritt sämtlicher Gefolgsleute des gestürzten Ex-Präsidenten Zine al-Abidine Ben Ali zu fordern.

Unterdessen wurde bekannt, dass drei weitere Politiker aus dem engen Umfeld Ben Alis unter Hausarrest gestellt wurden. Bei ihnen handelt es sich um den früheren Generalsekretär der Einheitspartei RCD, Abdelaziz Ben Dhia, den Chef der zweiten tunesischen Parlamentskammer, Abdallah Kallel sowie den früheren Aussenminister Abdallah Kallel.

(sda)

Deine Meinung