Studie: Krebsgefahr durch andauernden Handygebrauch?
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StudieKrebsgefahr durch andauernden Handygebrauch?

Wer über Jahre hinweg häufig über das Mobiltelefon plaudert, läuft vermutlich eher Gefahr, Jahre später mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung konfrontiert zu sein.

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rre/hal

Die Gefahr, die von Handystrahlung ausgeht, war bislang ein unkalkulierbarer Faktor. Nun deuten vorab veröffentlichte Informationen einer Langzeitstudie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) darauf hin, dass die Krebsgefahr durch den häufigen Gebrauch von Mobilfunkgeräten signifikant ansteigt - besonders dann, wenn solche Geräte über mehrere Jahre hinweg zum Einsatz kommen.

Häufiger Hirntumore

Die komplette Studie soll laut der britischen Zeitung «Daily Telegraph» noch in diesem Jahr veröffentlicht werden. Demnach soll durch den häufigen Gebrauch von Handys die Entstehung drei verschiedener Hirntumor-Arten - aber auch dem oft tödlich verlaufenden Bauchspeicheldrüsenkrebs - begünstigt werden. Für die Untersuchung wurden in 13 Ländern Interviews mit Tumorpatienten, aber auch gesunden Menschen durchgeführt, befragt wurden zwischen 2000 und 2004 rund 12 800 Personen. Die Zahlen werden zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht publiziert.

Das Bundesamt für Gesundheit verwies bislang auf ein Bulletin zum Thema Strahlenschutz bei Mobiltelefonen. Dort wird bis zum «Vorliegen verlässlicher Forschungsresultate» geraten, «die Strahlenbelastung des Kopfes möglichst klein zu halten».

«Die Zahl der Krebserkrankungen könnte stark ansteigen»

Bereitet Ihnen die WHO-Studie Kopfschmerzen?

Yvonne Gilli: Auch wenn es schwierig ist, den Einfluss der Handystrahlung zu isolieren, könnte die Zahl der Krebserkrankungen stark ansteigen. Sorgen bereiten mir vor allem Kinder, weil ihr Kopf mehr Strahlung aufnimmt. Sie sollten überhaupt nicht mit dem Handy telefonieren.

Wie können Handystrahlen Tumore verursachen?

Im Labor haben lebende menschliche Zellen, die mit Handy­wellen bestrahlt wurden, Veränderungen im Erbgut gezeigt. Es wird vermutet, dass die Bestrahlung einen permanenten Stress darstellt, weswegen die Zelle fehlerhaft arbeitet und so nach Jahren ein Tumor entsteht.

Was kann die Politik tun?

Die Bevölkerung muss dringend besser informiert werden. Gerade Kinder und Jugendliche wissen viel zu wenig über die Gefahren Bescheid. Zudem muss sich die Schweiz international dafür einsetzen, dass strahlenarme Handys auf den Markt kommen.

Was kann der Handy-Benutzer selbst beitragen?

Er soll wenn möglich ein Headset benutzen, nur bei gutem Empfang telefonieren, kurze Gespräche führen, sich ein strahlungs­armes Handy kaufen und dieses beim Verbindungsaufbau nicht an den Kopf halten. Allgemein rate ich, das Handy nur zu benutzen, wenn es nicht anders geht.

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