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Krebsliga leidet an Spendenmangel

Die Krebsliga Schweiz ist in einer schwierigen Lage. Sie hat 2003 das schlechteste Ergebnis seit Jahren erzielt. 15 Prozent weniger Spenden und Legate gingen ein.

Zudem muss sie in Zukunft ohne Subventionen des Bundes auskommen.

Die Non-Profit-Organisation nahm im vergangenen Jahr 16 Mio. Franken (2002: 18,7 Mio. Franken) ein. Das sei das schlechtestes Ergebnis seit Jahren, sagte ihr Geschäftsleiter Bruno Meili gemäss Redetext am Donnerstag vor den Medien in Bern.

Dieser Rückgang sei insofern noch beunruhigender, dass die Liga künftig umso mehr auf Spendengelder angewiesen sei, sagte er weiter. Die Subventionen des Bundes für die Programme zur Krebsbekämpfung sowie die Beratung und Unterstützung von Krebspatienten sollen in den nächsten Jahren gestrichen werden.

«Die Existenz der Beratungsstellen der kantonalen Krebsligen ist bedroht», sagte der scheidende Präsident der Krebsliga, Franco Cavalli. «Bei der zunehmenden Zahl der Krebsfälle ist das fast unerträglich. Viele Krebspatienten würden jegliche Unterstützung verlieren», sagte der Tessiner SP-Nationalrat.

Tabak-Präventionsfonds

Die Non-Profit-Organisation werde alle Hebel in Bewegung setzen, um weitere Sponsoren zu suchen, sagte ihr neuer Präsident Thomas Cerny, Onkologe am Spital in St. Gallen. Zudem werde sie voraussichtlich ein Projekt lancieren, um das Fundraising und die Koordination in der Mittelbeschaffung zwischen den Kantonen und der Krebsliga zu verbessern.

Trotz der Schlechtwetterlage konnte die Krebsliga ihre Programme aufrecht erhalten und einige Erfolge erzielen. Zusammen mit anderen Akteuren konnte sie das Parlament überzeugen, einen Tabak- Präventionsfonds zu schaffen, in den 2,6 Rappen pro Zigarettenschachtel fliessen. Jährlich stehen so rund 18 Mio. Franken im Kampf gegen den Tabakkonsum zur Verfügung.

Mit Oncosuisse und der Stiftung «Krebsforschung Schweiz» unterstützt sie die Krebsforschung mit jährlich über zehn Millionen Franken. In den letzten Jahren hat die Krebsliga vermehrt Projekte im Bereich Psycho-Onkologie und Palliativmedizin gefördert. (sda)

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