Kreditkarten-Inserate sorgen für Wirbel
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Kreditkarten-Inserate sorgen für Wirbel

Eine Kreditkartenfirma wirbt mit einem Fussballfan, der auf das Spielfeld stürmt – und sorgt damit für Diskussionen.

So sehen die Schweizer ihre Natihelden am liebsten, dachten sich wohl die Verantwortlichen der Swisscard Aecs AG: Philippe Senderos und Tranquillo Barnetta im Freudentaumel auf dem Spielfeld. Dahinter ein auf den Platz stürmender, jubelnder Fan. Swisscard wirbt mit diesem Bild im Auftrag von Credit Suisse für deren Swiss Football Card.

Nach den wüsten Ausschreitungen beim Meisterspiel in Basel erachten Fussballklubs das gewählte Sujet jedoch als problematisch: «Die Kampagne ist sehr unglücklich, denn die Fans könnten sich dadurch animiert fühlen, aufs Spielfeld zu stürmen», sagt FCZ-Mediensprecher Alexander Kuszka.

Auch für den FCB ist es «keine passende Werbekampagne», wie Mediensprecher Josef Zindel sagt. Thomas Helbling von der Swiss Football League, der für «Platzstürmer» Geldstrafen von 10000 Franken fordert, will in diesem Fall nicht eindeutig Farbe bekennen: «Jene die das Sujet kreiert haben, können dieses überdenken.»

Laut Urs Knapp, Sprecher von Swisscard Aecs AG, läuft die Kampagne schon seit Februar 2006. Sie habe deshalb absolut nichts mit dem Meisterschaftsfinale vom 13. Mai zu tun. Trotzdem will die Kreditkartenfirma auf die jüngsten Ereignisse reagieren. «Bis auf weiteres werden wir keine neuen Platzierungen dieses Sujets mehr buchen», sagt Knapp. Bereits gebuchte Inserate werden aber noch publiziert.

Romina Lenzlinger

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