Aktualisiert 02.08.2017 05:04

Ungerechtfertigte Gebühr

Kreditkarten-Zuschlag ist nicht mehr legitim

Ab dem 1. August sind Zahlungen mit Kreditkarte für Händler nicht mehr teurer als jene mit Bargeld. Trotzdem halten Airlines wie die Swiss an Gebühren fest.

von
lin
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Eine Filiale von Digitec in Zürich. Der Online-Händler hat in diesem Frühjahr Kreditkarten-Zuschläge abgeschafft.

Eine Filiale von Digitec in Zürich. Der Online-Händler hat in diesem Frühjahr Kreditkarten-Zuschläge abgeschafft.

Keystone/Gaetan Bally
Auch Online-Händler wie Media Markt, Brack, Microspot und Steg verrechnen keine Kreditkarten-Zuschläge mehr.

Auch Online-Händler wie Media Markt, Brack, Microspot und Steg verrechnen keine Kreditkarten-Zuschläge mehr.

AP/Martin Meissner
Wer mit Swiss abhebt und das Ticket online mit der Kreditkarte bezahlt hat, muss hingegen weiterhin einen Zuschlag von 1,5 Prozent bezahlen.

Wer mit Swiss abhebt und das Ticket online mit der Kreditkarte bezahlt hat, muss hingegen weiterhin einen Zuschlag von 1,5 Prozent bezahlen.

Keystone/Steffen Schmidt

Kreditkartengebühren sind ein Ärgernis im Online-Handel. Ab dem 1. August sollte der Zuschlag auf den Endpreis eigentlich der Vergangenheit angehören. Grund dafür ist, dass die Verrechnungsgebühr bei Karten von Visa und Mastercard durch eine Regelung der Wettbewerbskommission (Weko) auf 0,44 Prozent gesenkt wurden.

Gemäss Weko sind damit die Kosten für den Handel bei einer Transaktion mit Kreditkarte nicht höher als bei einer Bargeldzahlung. Folglich gibt es für Kreditkartenzuschläge keine legitimen Gründe mehr. Zahlreiche Schweizer Online-Händler wie Digitec Galaxus, Brack oder Steg haben die Kreditkartengebühren inzwischen abgeschafft.

Swiss verlangt 1,5 Prozent

Airlines wie die Swiss oder Easyjet halten dagegen weiterhin an den Zuschlägen fest. Wer bei Easyjet einen Flug mit Kreditkarte bucht, muss eine Gebühr von 1 Prozent bezahlen. Bei der Lufthansa-Tochter Swiss werden gar ganze 1,5 Prozent fällig.

Ein eigentliches Verbot für Kreditkartengebühren gibt es in der Schweiz nicht. Kreditkartenfirmen wie Mastercard oder Visa dürfen in ihren Verträgen allerdings sogenannte Nicht-Diskriminierungsklauseln festschreiben. Sie besagen, dass Transaktionen mit der Kreditkarte nicht teurer sein dürfen als jene mit anderen Zahlungsmitteln.

Kreditkarten-Zuschläge zurückfordern

Kunden können die Kreditkarten-Zuschläge zurückfordern. Einerseits ist das direkt beim Online-Händler möglich, andererseits auch beim Kreditkartenherausgeber: Wer eine Kreditkarte von Viseca erhalten hat, findet hier das Formular, Kunden von Swisscard hier, jene bei Bonuscard hier. Auch bei den Banken ist es möglich, die zusätzliche Gebühr zurückzufordern. Dazu müssen die Bank direkt kontaktiert werden. lin

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