«Zweites Afghanistan»: Kreml warnt vor Krieg in Kirgistan
Aktualisiert

«Zweites Afghanistan»Kreml warnt vor Krieg in Kirgistan

Der russische Präsident Dmitri Medwedew fürchtet den Ausbruch kriegerischer Auseinandersetzungen in Kirgistan. Das Land stehe «am Rande eines Bürgerkriegs».

Zu einem zweiten Afghanistan könne Kirgistan werden, sollte in der zentralasiatischen Krisenrepublik ein Bürgerkrieg ausbrechen, sagte Dmitri Medwedew am Dienstag während eines Vortrages in Washington. Es sei nun das Wichtigste, dies zu verhindern. Das Scheitern Kirgistans als Staat sei «das Letzte, was wir erleben wollen». Komme es in der Republik zu einem Bürgerkrieg, könne dies «alle möglichen Terroristen anlocken».

Nach Ansicht Medwedews haben die Machthaber in Kirgistan Schuld an den jüngsten Entwicklungen. «Die Verantwortung trägt die kirgisische Führung, die verschiedene brodelnde Konflikte nicht entschärft hat», sagte der Kremlchef.

Der geflohene Präsident Kurmanbek Bakijew solle formell zurücktreten, forderte Medwedew. «Bestimmte politische Personen sollten verantwortungsvolle Entscheidungen treffen.»

Zukunft Bakijews ungewiss

Eine Woche nach seinem Sturz ist die Zukunft des autoritären Präsidenten weiter offen. Man sei nicht mehr bereit, mit dem «blutigen Diktator» über Straffreiheit zu verhandeln, sagte ein Vertreter der Übergangsregierung.

Um eine neue blutige Eskalation der weiter gespannten Lage zu verhindern, machten sich Bürgerrechtler auf den Weg in Bakijews Hochburg im Süden des Landes. Die Führung setzte gepanzerte Verbände Richtung Süden in Marsch, um Bakijew und seine Angehörigen festnehmen zu lassen.

Bakijew war nach dem Sturz seiner Regierung durch die Opposition in den Süden des Landes geflohen, wo er einen stärkeren Rückhalt geniesst. Er hat sich grundsätzlich zum Rücktritt bereiterklärt, verlangt aber von der Übergangsregierung Garantien für seine Sicherheit und eine Beendigung der Unruhen.

Bei dem Aufstand wurden in der vergangenen Woche mehr als 80 Menschen getötet. Bakijew werden Amtsmissbrauch und Vetternwirtschaft vorgeworfen. (sda)

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