Tote bei Gefechten: Krieg in Somalia neu entflammt
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Tote bei GefechtenKrieg in Somalia neu entflammt

Bei Gefechten zwischen somalischen Regierungstruppen und islamistischen Aufständischen sind Regierungsangaben zufolge am Mittwoch mindestens 25 Menschen getötet worden.

Hunderte Aufständische hatten am Morgen die Stadt Gal Gala in der Region Puntland eingenommen. Regierungstruppen konnten die Stadt wenig später zurückerobern.

Die Angreifer hatten am Morgen eine Regierungspatrouille mit Panzerabwehrraketen angegriffen und anschliessend die Stadt besetzt. Dabei seien fünf Soldaten ums Leben gekommen, sagte der Sicherheitsminister von Puntland, Yusuf Ahmed Khayr. Ein anderer Regierungssprecher hatte zuvor noch von neun getöteten Soldaten gesprochen. Beide meldeten aber den Tod von sechs islamistischen Angreifern.

Beim Gegenangriff der Regierungstruppen seien 14 weitere Aufständische getötet worden, sagte Khayr. Die Stadt sei zurückerobert worden. Eine unabhängige Prüfung der Regierungsangaben war nicht möglich, das Mobilfunknetz der Stadt war am Mittwoch ausser Betrieb.

Gal Gala liegt 40 Kilometer vom Hafen von Bosasso entfernt, dem wirtschaftlichen Zentrum der halbautonomen Region Puntland. Die Region gilt im Gegensatz zum Süden Somalias als verhältnismässig friedlich. In diesem Jahr war der Angriff vom Mittwoch der erste dieser Grösse in Puntland, im Vorjahr hatte es dort allerdings bereits Kämpfe mit Islamisten in einer Bergregion gegeben.

Die Angreifer werden mit dem Waffenhändler Mohamed Atom in Verbindung gebracht, der laut UNO die Al-Schabab-Miliz im Süden des Landes mit Waffen versorgt.

Sheik Ali Gamey, der Anführer der Aufständischen, war in den 1990er-Jahren ein Mitglied der islamistischen Gruppe Al Itihad. Die Polizei von Puntland hatte ihn im Vorjahr festgenommen, liess ihn aber gegen die Bezahlung einer Kaution wieder frei.

Somalia hat seit 20 Jahren keine funktionierende Regierung. Im derzeitigen Konflikt stehen sich islamistische Aufständische und eine schwache - von der UNO gestützte - Regierung gegenüber. Korruption, Interessen von Stammesführern sowie die Beteiligung der Nachbarländer Äthiopien und Eritrea erschweren zusätzlich eine Lösung. (sda)

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