Aktualisiert 07.12.2017 18:37

NordkoreaKrieg ist «feststehender Fakt»

Statt um «ob» gehe es nur noch um «wann»: In Nordkorea ist man sich zumindest in Teilen der Regierung sicher, dass ein Krieg unausweichlich sei.

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Während sein Aussenministerium martialische Töne von sich gibt, besucht Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un eine Kartoffelmehl-Fabrik in der Ryanggang-do Provinz im Norden des Landes.

Während sein Aussenministerium martialische Töne von sich gibt, besucht Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un eine Kartoffelmehl-Fabrik in der Ryanggang-do Provinz im Norden des Landes.

AFP/str
Die Samjiyong-Fabrik wurde eben erst gebaut.

Die Samjiyong-Fabrik wurde eben erst gebaut.

AFP/str
Zuvor war Kim in der Nachbarprovinz Chagang-do unterwegs und inspizierte eine Reifenfabrik.

Zuvor war Kim in der Nachbarprovinz Chagang-do unterwegs und inspizierte eine Reifenfabrik.

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Ein Krieg auf der Koreanischen Halbinsel ist aus Sicht Nordkoreas angeblich nur noch eine Frage der Zeit. Es sei keine Frage, ob der Krieg komme. «Die offene Frage ist: Wann wird der Krieg ausbrechen?», sagte ein Sprecher des nordkoreanischen Aussenministeriums.

Die gemeinsamen südkoreanisch/US-amerikanischen Militärmanöver und die Drohungen der USA mit einem Präventivschlag würden unausweichlich zum Krieg führen. Besonders kritisiert Nordkorea die «kriegerischen Bemerkungen» von US-Regierungsvertretern.

So habe CIA-Direktor Mike Pompeo Nordkorea provoziert, als er die Führung des Landes «frech kritisiert» habe. Der Ausbruch eines Kriegs auf der Koreanischen Halbinsel sei dadurch zum «feststehenden Fakt» geworden.

«Wünschen uns keinen Krieg, aber verstecken uns nicht»

«Wir wünschen uns keinen Krieg, verstecken uns aber auch nicht davor. Und sollten die USA unsere Geduld falsch einschätzen, werden wir die USA die Konsequenzen tragen lassen», sagte der Sprecher zudem.

CIA-Direktor Pompeo hatte am Wochenende gesagt, aus Sicht der US-Geheimdienste wisse Machthaber Kim Jong-un nicht, wie dürftig seine Lage im Inland und international sei.

Nordkorea leidet unter Sanktionen

Geschwächte Wirtschaft: Nordkorea leidet unter den internationalen Sanktionen. Video: Tamedia/AFP

Nordkorea sieht Vorbereitung für eine Invasion

Nordkorea testete unter Verletzung von US-Resolutionen Raketen und Atomwaffen, zuletzt eine neue Interkontinentalrakete. Am Montag starteten die USA und Südkorea ein gross angelegtes Militärmanöver in der Region.

Pyongyang versteht diese Zurschaustellung der amerikanischen Militärmacht und die Luftwaffenübungen auf der Koreanischen Halbinsel als Vorbereitung für eine Invasion. So gelten die B-1-Bomber nach nordkoreanischem Verständnis als «nuklear-strategische» Flieger. Die Langstreckenbomber wurden aber Mitte der 1990er-Jahre für den konventionellen Einsatz umgebaut.

UNO-Vertreter in Pyongyang

Wegen des Atom- und Raketenprogramms Nordkoreas hatte sich US-Präsident Donald Trump einen monatelangen verbalen Schlagabtausch mit der Führung in Pyongyang geliefert.

Heute, Donnerstag, traf sich ein führender UNO-Diplomat in Pyongyang mit dem nordkoreanischen Aussenminister Ri Yong-ho. Über den Inhalt des Gesprächs wurde zunächst nichts bekannt.

Schon am Tag zuvor hatte sich Jeffrey Feltman, der UNO-Untergeneralsekretär für politische Angelegenheiten, mit Ris Stellvertreter getroffen. In den Staatsmedien hiess es dazu, sie hätten über Themen von beiderseitigem Interesse gesprochen. (ap)

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