Ethisch tragbar?: Kriegsforschung an der Uni St. Gallen
Aktualisiert

Ethisch tragbar?Kriegsforschung an der Uni St. Gallen

SP-Kantonsrat Fredy Fässler wirft der Uni St. Gallen vor, sie betreibe Kriegsforschung. In einer einfachen Anfrage will er von der Regierung wissen, ob sie das für ethisch tragbar hält.

von
Juf
Nationalrat Fredy Fässler hat eine Anfrage an die Regierung eingereicht.

Nationalrat Fredy Fässler hat eine Anfrage an die Regierung eingereicht.

An der HSG wird am Kompetenzzentrum für Sicherheitswirtschaft und Technologie (C Set) zu Themen wie kollaborative Rüstungsprogramme oder Privatisierung von Sicherheit geforscht. «Das C Set hat bereits systematisch die militärindustrielle Politik von Kleinstaaten untersucht und daraus ‹Best practices› abgeleitet», steht auf der Website des Thinktanks. Für SP-Kantonsrat Fredy Fässler ist damit klar: «Abseits der öffentlichen Wahrnehmung forscht das Institut, wie man möglichst kostengünstig Krieg führt. Und das an der HSG. Für mich ist das einfach geschmacklos.»

Auch der Beirat des Instituts mit Vertretern von Rüstungsindustrie, Armee und Nachrichtendienst stösst Fässler sauer auf: «Da wirkt ein illustrer Filz aus Militär und Industrie im Hintergrund.» Der SP-Kantonsrat gelangt deshalb mit einer einfachen Anfrage an die St. Galler Regierung: «Ich will Klarheit und eine öffentliche Diskussion über die Projekte des C Set.» Zudem will er wissen, ob die Regierung die Tätigkeit ethisch für vertretbar hält.

Für eine Stellungnahme von seiten der HSG stand gestern niemand zur Verfügung.

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