Stadtheiliger unerwünscht: Kriens feiert den Gallustag - St. Gallen nicht

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Stadtheiliger unerwünschtKriens feiert den Gallustag - St. Gallen nicht

Verkehrte Welt: Während in Kriens der Gallustag ein Feiertag ist, wird in St.Gallen am Tag des dortigen Stadtheiligen gearbeitet.

von
Pascal Brotzer
Gegen den Gallus-Tag als Feiertag: Stadtpräsident und Kantonsrat Thomas Scheitlin an der Eröffnung des Gallus-Jubiläums.

Gegen den Gallus-Tag als Feiertag: Stadtpräsident und Kantonsrat Thomas Scheitlin an der Eröffnung des Gallus-Jubiläums.

«Der freie Gallustag am 16. Oktober ist eine schöne Tradition für Kriens», sagt Paul Winiker, Präsident der Luzerner Gemeinde. Tatsächlich bleiben heute Dienstag in Kriens alle Geschäfte, Büros und Schulen geschlossen. Die Bevölkerung feiert Gallus, den Patron der ortsansässigen Kirche.

Der Wandermönch Gallus ist auch Namensgeber von Stadt und Kanton St. Gallen - wo heute überall fleissig gearbeitet wird. Der Grüne Kantonsrat Meinrad Gschwend forderte kürzlich in einem parlamentarischen Vorstoss, dass der Gallustag im Kanton zum Feiertag werden soll.

«Vom verstaubten Heiligen zum Rockstar»

Doch ausgerechnet in der Gallusstadt wehrt man sich dagegen: «Der Gallustag ist zu städtisch. Es wäre nicht richtig, daraus einen kantonalen Feiertag zu machen», so Stadtpräsident Thomas Scheitlin, der ebenfalls im Kantonsrat sitzt, im «Tagblatt».

Gschwend, der in Altstätten lebt, ist nicht einverstanden: «Der ganze Kanton heisst St. Gallen, somit betrifft das Thema alle», entgegnet Gschwend. Und doppelt nach: «Gallus hat sich im Gallusjahr vom verstaubten Heiligen zum Rockstar entwickelt. Dem sollten Kanton und Stadt Rechnung tragen.»

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