«How to Murder Your Husband» – Krimi-Autorin setzt Buch in die Realität um und erschiesst ihren Ehemann
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«How to Murder Your Husband»Krimi-Autorin setzt Buch in die Realität um und erschiesst ihren Ehemann

In Oregon findet derzeit ein Mordprozess mit kuriosem Hintergrund statt: Nancy Crampton Brophy (71) steht wegen Ermordung ihres Ehemannes Daniel Brophy vor Gericht. Zuvor hatte sie einen Essay darüber geschrieben, wie man seinen Ehemann am besten umbringt. 

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Nancy Crampton Brophy soll den Mord an ihrem Ehemann minutiös geplant haben.

Nancy Crampton Brophy soll den Mord an ihrem Ehemann minutiös geplant haben.

Multnomah County Sheriff
Seit Montag steht sie in Oregon vor Gericht.

Seit Montag steht sie in Oregon vor Gericht.

Screenshot CBS News
Sie soll nach 26 Jahren Ehe ihren Mann Dan Brophy erschossen haben.

Sie soll nach 26 Jahren Ehe ihren Mann Dan Brophy erschossen haben.

Privat

Darum gehts

Manchmal holt die Realität die Fiktion ein und aus der Fantasie wird Wirklichkeit. Ein besonders spektakuläres Beispiel dafür ist der aufsehenerregende Mordfall an Küchenchef Dan Brophy (63), der im Juni 2018 mit Schusswunden am Rücken und in der Brust von Kochstudenten tot an seinem Arbeitsplatz im Oregon Culinary Institute in Portland aufgefunden wurde. Am Montag begann der Mordprozess gegen seine dringend tatverdächtige Frau Nancy Crampton Brophy. Das Paar war 26 Jahre verheiratet.

Die heute 71 Jahre alte Frau hatte sich als Schriftstellerin einen Namen gemacht. Sie verfasste romantische Romane, aber auch Bücher mit Titeln wie «Der falsche Ehemann» und «Der falsche Liebhaber» sowie, einige Jahre vor der Ermordung ihres Ehemannes, einen Essay mit dem Titel «How to Murder Your Husband» – zu Deutsch: Wie man seinen Ehemann umbringt. «Als Schriftstellerin verbringe ich eine Menge Zeit damit, über Mord und in der Folge über polizeiliche Ermittlungen nachzudenken», schrieb sie. Jeder habe «es» in sich, wenn er weit genug getrieben werde.

Habgier als mutmassliches Motiv

Die Anklage ist überzeugt, dass dies bei Crampton Brophy der Fall war. Die Indizien sprechen eine klare Sprache. Bereits einen Tag nach dem Tod ihres Ehemannes soll sie mit Hilfe einer Erklärung der Fahnder, sie sei keine Verdächtige, versucht haben, von der Versicherungsfirma 40’000 Dollar zu erhalten, wie der «Independent» berichtet. Die Ermittler fanden später heraus, dass die gesamte Summe für den Todesfall 350’000 Dollar betrug, und 2020 kam schliesslich heraus, dass die Witwe von bis zu 15 Millionen profitieren könnte. Das Paar steckte in finanziellen Schwierigkeiten.

Die Frau hatte auch angegeben, sie sei zum Zeitpunkt des Mordes am frühen Morgen des 2. Juni zuhause gewesen, doch die Polizei konnte ihr nachweisen, dass sie tatsächlich in der Stadt Portland gewesen war.

Für die Tat Pistolen-Ersatzteile besorgt

Im iTunes-Account des Paares wurde ein markierter Artikel mit dem Titel «Zehn Wege um einen Mord zu vertuschen» gefunden. Die Witwe händigte der Polizei auch eine Handfeuerwaffe aus, die dem Typ der Tatwaffe entsprach, aber nicht abgefeuert worden war. Später fanden Ermittler aber heraus, dass die mutmassliche Mörderin über Ebay einen zweiten Lauf und Schlitten für die Glock gekauft und für die Tat benutzt hatte –  danach setzte sie die Waffe wieder mit den Originalteilen zusammen. Die bei der Tat verwendeten Teile wurde nie gefunden.

«Nancy Brophy plante und führte das aus, was sie für den perfekten Mord hielt», so Staatsanwalt Rod Underhill. «Einen Mord, der sie von ihren finanziellen Problemen befreien sollte und ihr ein Leben in Sicherheit und voller Abenteuer ermöglichen sollte.» Daraus dürfte nun nichts mehr werden: Ihr droht eine lebenslange Gefängnisstrafe. Der Prozess begann am Montag in Portland und ist auf vier Wochen angesetzt.

Trauerst du oder trauert jemand, den du kennst?

Hier findest du Hilfe:

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen

Muslimische Seelsorge, Tel. 043 205 21 29

Jüdische Fürsorge, info@vsjf.ch

Lifewith.ch, für betroffene Geschwister

Verein Regenbogen Schweiz, Hilfe für trauernde Familien

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen

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