Kriminalität und Alkohol: Stadt wartet auf Kanton
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Kriminalität und Alkohol: Stadt wartet auf Kanton

Jugendkriminalität und Alkoholexzesse bei Jugendlichen bereiten den Luzerner Stadtbewohnern immer mehr Sorgen. Trotzdem greift die Stadt kaum durch und wartet stattdessen, bis der Kanton harte Massnahmen beschliesst.

Jeder zweite Luzerner hat Angst, auf der Strasse angepöbelt zu werden und vier von zehn Frauen haben Angst vor sexueller Belästigung in der Stadt. Dies zeigt eine Umfrage, welche die Stadt gestern als Teil ihres Sicherheitsberichts präsentierte. Den Stadtrat erstaunt dieses Resultat nicht, denn Jugendgewalt ist laut der Sicherheitsdirektorin Ursula Stämmer schon längere Zeit ein Problem. «Auch das Kampftrinken auf öffentlichen Plätzen beschäftigt uns schon lange», so Stämmer.

Doch trotz der Ängste in der Bevölkerung reagiert die Stadt mit angezogener Handbremse und ermuntert die Bewohner bloss, vermehrt Anzeige zu erstatten. Und der geplante Sicherheitsmanager (siehe Box) soll sich nicht direkt mit der Jugendkriminalität, sondern mit der Ordnung auf den öffentlichen Plätzen befassen. «Wir haben als Gemeinde keinen grossen Handlungsspielraum, ausserdem lassen sich nicht alle Probleme mit mehr Polizeipräsenz lösen», sagt Stämmer. Deshalb müsse die Stadt warten, bis der Kanton härtere Massnahmen wie etwa ein Alkoholverkaufsverbot bei Jugendlichen oder eine Sperrstunde ergreife.

Renata Schmid

Stadt Luzern ist relativ sicher

Trotz der Ängste der Bewohner ist Luzern eine vergleichsweise sichere Stadt. Dies ist das Fazit des neuen Sicherheitsberichts der Stadt Luzern. Er wurde von einer externen Firma verfasst und beschäftigt sich unter anderem mit den Themen Kriminalität, Hochwasser und Erdbeben. Um den aktuellen Standard zu erhalten, schlägt der Bericht 58 Massnahmen vor, darunter die Einstellung eines Sicherheitsmanagers. Diese Massnahme will der Stadtrat sofort umsetzen, die restlichen sollen jetzt geprüft werden.

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