Dutzende Überfälle: Kriminelle sprengen Geldautomaten mit Gas
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Dutzende ÜberfälleKriminelle sprengen Geldautomaten mit Gas

In Deutschland treiben Automatenknacker ihr Unwesen: Sie jagen Bankomaten in die Luft und stehlen die Geldkassetten. In der Schweiz gibt es bisher keine vergleichbaren Fälle.

von
ij

Die Täter schlagen meist in abgelegenen Orten zu. Sie füllen einen Bankomaten mit Gas und sprengen ihn. Dann flüchten sie mit den Geldkassetten. Über 134 solche Überfälle hat es in diesem Jahr in Deutschland schon gegeben, schreibt «Spiegel Online». In über der Hälfte der Fälle waren die Täter erfolgreich.

Die Behörden vermuten, dass sowohl Kriminaltouristen aus Ost- und Südeuropa als auch einheimische Täter dafür verantwortlich sind. Sie operieren laut Thomas Jungbluth vom Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen zu viert oder zu fünft und sind jeweils vollmaskiert. Die Profis würden mit hochmotorisierten Autos in die Niederlande flüchten. Technische Vorbildung brauche man keine.

Keine Fälle in der Schweiz

Die Zahl von Angriffen wachse, so Jungbluth. «Das hat damit zu tun, dass dieses Delikt in der Wahrnehmung der Täter risikoloser ist: Sie schlagen nachts auf dem Land zu und brauchen nur einige Minuten in der Bank.» In Deutschland seien nur wenige Automaten dagegen gesichert. Frankreich, Belgien und Schweden haben die Banken gesetzlich verpflichtet, ihre Automaten mit Farbkartuschen auszurüsten.

In der Schweiz ist es bisher zu keinem Sprengüberfall gekommen. Weder bei der Raiffeisen-Bank noch bei der Crédit Suisse sind vergleichbare Fälle bekannt. Laut der Kantonspolizei Zürich kennt man das Vorgehen, es sei in Zürich aber noch nie dazu gekommen. Bekannt sei hierzulande vor allem das Skimming, also das Scannen von Bankkarten mittels eines Aufsatzes am Kartenleser.

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