Kriminelles Netzwerk für Hariri-Mord verantwortlich

Aktualisiert

Kriminelles Netzwerk für Hariri-Mord verantwortlich

Der Anschlag auf den früheren libanesischen Regierungschef Rafik Hariri vor drei Jahren ist gemäss dem UNO-Untersuchungsbericht von einem kriminellen Netzwerk verübt worden. Dieses stecke auch hinter anderen Anschlägen.

Die Kommission könne aufgrund vorliegender Beweise bestätigen, dass ein «Netzwerk aus Einzelpersonen» zusammengearbeitet habe, um den Mord an Rafik Hariri zu verüben.

Dies geht aus dem am Freitag im UNO-Sicherheitsrat vorgelegten Bericht der Untersuchungskommission hervor. Zur Identität der Täter macht der Bericht keine Angaben.

Weiter führt der Bericht aus, dass das dahinter stehende «kriminelle Netzwerk oder mehrere seiner Mitglieder mit anderen Anschlägen in Verbindung stehen», die seit 2004 auf anti-syrische Persönlichkeiten in Libanon verübt wurden.

Es ist der zehnten Bericht zu dem im Februar 2005 verübten Attentat auf Hariri. Die Untersuchungskommission steht unter der Führung des ehemaligen kanadischen Staatsanwalts Daniel Bellemare.

Tribunal in Den Haag

Er wird den Posten des Chefanklägers des in Den Haag einzurichtenden Sondertribunals zum Fall Hariri übernehmen. Ein Termin für den Beginn des Sondergerichts steht noch nicht fest.

Der für die Einrichtung des Tribunals zuständige UNO- Rechtsberater, der Schweizer Nicolas Michel, hatte am Donnerstag den Abschluss der Vorarbeiten bekanntgegeben.

Die Richter des Tribunals sind offenbar nominiert, aus Sicherheitsgründen bleiben ihre Namen aber geheim. Ein Termin für den Beginn des Sondergerichts steht nicht fest.

Bei dem Sprengstoffanschlag auf Hariri waren am 14. Februar 2005 der frühere Ministerpräsident sowie 22 weitere Menschen getötet worden. Von westlicher Seite wird der syrischen Regierung und ihrem Geheimdienst eine Mitverantwortung an dem Anschlag zugewiesen.

Syrien, das die Vorwürfe bestreitet, zog sich nach Druck aus dem Westen und dem Libanon selbst kurz nach dem Attentat aus dem Nachbarland zurück. Der UNO-Sicherheitsrat hatte mit der Resolution 1757 eine Untersuchung der Ermordung Hariris beschlossen.

(sda)

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