Aktualisiert 02.10.2011 10:26

SCL TigersKrise abgewendet und Karriere gerettet

Die SCL Tigers müssen einen Monat auf Anton Gustafsson verzichten. Aber sie haben eine Krise vorerst abgewendet und Torhüter Robert Esche hat seine NLA-Karriere gerettet.

von
Klaus Zaugg
US-Nationaltorhüter Robert Esche rettete den SCL Tigers den Sieg gegen die Lakers.

US-Nationaltorhüter Robert Esche rettete den SCL Tigers den Sieg gegen die Lakers.

Die Differenz zwischen dem Spiel gegen die Lakers und dem besten Hockey der SCL Tigers in der letzten Saison ist etwa so gross wie zwischen einer Schwanensee-Aufführung im Zürcher Opernhaus und einer Wirtshausschlägerei im Hirschen zu Langnau. Aber die SCL Tigers besiegten die Lakers 2:1 und stehen wieder über dem Strich. Die Krise ist vorerst abgewendet. Nur das zählt. Der Sieger hat immer recht.

Der Verantwortung gewachsen

Dieser Sieg gegen die Lakers hat einem Spieler mit ziemlicher Sicherheit die NLA-Karriere gerettet: US-Nationaltorhüter Robert Esche (33) hatte am Freitagabend in Bern die 3:7-Pleite mit verursacht. Trainer John Fust (39) ersetzte ihn im letzten Drittel durch Urban Leimbacher (30). Eine zweite Pleite konnte sich Esche ganz einfach nicht mehr leisten. „Für mich war klar, dass Esche gegen die Lakers wieder ins Tor zurückkehrt» sagt sein Trainer John Fust. «Wir hatten in der Teamsitzung vor dem Spiel gegen die Lakers ein Thema: Verantwortung übernehmen. Ich sah das Feuer in Esches Augen und wusste: Er wird der Verantwortung gewachsen sein.»

Nun, dieses Feuer in den Augen des amerikanischen Goalies war wichtig. Es brannte nämlich vor einem Tor während des ganzen Spiels viel zu oft lichterloh. Alleine im letzten Drittel musste er 17 Schüsse abwehren. Das Torschuss-Verhältnis von 35:39 zu Ungunsten der Langnauer zeigt, dass alles auch hätte anders kommen können. Es war letztlich Esche, der den Sieg gerettet, sein Selbstvertrauen wieder hergestellt und den Ausbruch einer schweren Krise verhindert hat.

«Chnorzen», «worgen» und «murgsen»

Am besten veranschaulichen Ausdrücke wie «chnorzen», «worgen» und «murgsen» Freud und Leid der SCL Tigers. Diese Wörter honorieren einerseits den unbedingten Willen, den Fleiss und die Leidenschaft der Langnauer. Wer chnorzt und worget und murgst ist nie faul. Andererseits zeigen diese Ausdrücke, dass die Arbeit zur Zeit einfach nicht «ring» von der Hand geht. Dass die Langnauer nicht übers Eis fliegen wie noch vor einem Jahr, dass sie mit der Scheibe nicht mehr spielen, sondern arbeiten und sie nicht mit präzisen Pässen nach vorne spedieren, sondern mühselig nach vorne tragen, und dass sie doppelt und dreifach so viel Kraft aufwenden müssen, um zum gleichen Resultat zu kommen wie vor einem Jahr. Diese Spielweise symbolisiert den verzweifelten Willen der Langnauer, dieses Spiel um jeden Preis zu gewinnen. Sie haben es gewonnen weil sie diesen Sieg mehr noch als die Lakers wollten.

Mit diesem 2:1 gegen die Lakers ist das 3:7 vom Vorabend in Bern nur resultatmässig verarbeitet. Die SCL Tigers haben beim Derby ihren Center Anton Gustafsson (21) verloren. Der Schwede mit Schweizer Lizenz fällt durch eine schwere Gehirnerschütterung für einen Monat aus. Die Verletzung hat er sich durch einen Check von Berns John Fritsche (20) zugezogen.

Die Langnauer verzichten auf eine Video-Eingabe beim Einzelrichter. John Fust sagt, warum: «Es hätte eine Zweiminuten-Strafe für Bandencheck oder übertriebene Härte geben müssen. Aber Fritsches Ellenbogen war unten und es war kein Check gegen den Kopf. Also kein Foul, das eine Sperre nach sich ziehen müsste.»

Schiedsrichter Danny Kurmann blieb auch nach einer Videoanalyse der Szene bei seiner Meinung, dass es kein Foul war, und Schiedsrichterchef Reto Bertolotti kam nach dem Studium des Videos zu gleichen Urteil: Kein Foul.

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