Währungsturbulenzen: Krise drückt Euro erneut unter 1.30 Franken
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WährungsturbulenzenKrise drückt Euro erneut unter 1.30 Franken

Schlechte Nachrichten für die Schweizer Exportindustrie: Die Schuldenkrise im Euroraum treibt erneut Devisenanlagen in den sicheren Hafen Schweiz.

von
bb
Die Schuldenkrise im Euroraum setzt die Gemeinschaftswährung unter Druck.

Die Schuldenkrise im Euroraum setzt die Gemeinschaftswährung unter Druck.

Erstmals seit über zwei Monaten fiel der Euro am Dienstagvormittag auf den internationalen Devisenmärkten wieder unter die Marke von 1.30 Franken. Vorübergehend war die Einheitswährung noch 1.2976 Franken wert. Das waren fast anderthalb Rappen weniger als am Vorabend.

Händler erklärten die Talfahrt des Euro mit der Gefahr, dass die Schuldenkrise nach Irland weitere europäische Länder erfassen könnte. Die Angst vor einem Übergreifen auf die Länder der iberischen Halbinsel sei grösser als die Erleichterung über den Irland-Deal, schrieb die Zürcher Kantonalbank (ZKB) in ihrem Marktkommentar. Sie verwies auch auf Probleme in Italien, wo eine Auktion von Staatsanleihen schlechter als erwartet verlief. «Das zeigt, dass neben Portugal und Spanien schon wieder ein neues Land in den Fokus des Marktes gerät», kommentierte die ZKB.

In solchen Situationen kommt dem Franken traditionell eine Rolle als Fluchtwährung zu. Letztmals war der Euro am 16. September weniger als 1.30 Franken Wert gewesen. Danach hatte sich die Einheitswährung bis auf 1.38 Franken erholt, bevor im Zuge der Irlandkrise eine neue Absetzbewegung aus dem Euro einsetzte.

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