Aktualisiert 26.10.2009 15:34

Wirtschaftskrise

Krise schlägt auf den Magen

Die Krise auf Island erreicht einen neuen Tiefpunkt: Die Insel im hohen Norden wird in wenigen Tagen keinen einzigen McDonald's mehr haben.

Die Krise schlägt nun auf den Magen: Die beiden Filialen der US-Fast-Food-Kette in dem Inselstaat im Nordatlantik schliessen am 1. November, wie die isländische Betreiberfirma Lyst am Montag mitteilte.

Zu hohe Kosten

Grund seien die in der Krise deutlich gestiegenen Kosten. «Die Entscheidung ist nicht leicht gefallen», sagte Lyst-Chef Jon Gardar Ogmundsson. Zwar sei McDonald's «noch nie so gut besucht gewesen» wie zuletzt. «Aber die Gewinne waren zugleich nie so klein.»

McDonald's musste in Island alle Waren - Fleisch, Gemüse, Käse und sogar die Verpackungen - importieren. Der isländische Markt war zu klein, um diese Produkte vor Ort zu produzieren.

Kosten sind doppelt so hoch

Bislang bezogen die Fast-Food-Restaurants ihre Ware den Angaben zufolge aus Deutschland. Nach dem Absturz der isländischen Krone in Folge der Finanzkrise, die Island besonders stark getroffen hat, hätten sich die Kosten dafür verdoppelt, sagte Ogmundsson. Der Euro hat seit März 2008 gegenüber der isländischen Krone fast 80 Prozent an Wert gewonnen.

Ogmundsson will die Läden nach eigenen Angaben nun unter einem anderen Namen weiterbetreiben - und setzt darauf, dann günstigere isländische Produkte verarbeiten zu können. Die erste McDonald's-Filiale in Island hatte 1993 eröffnet. Der damalige Regierungschef David Oddsson hatte den ersten Burger gegessen.

(sda)

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