Aktualisiert 08.12.2008 16:16

TourismusKrise schlägt auf Hotellerie durch

In Schweizer Hotels sind im Oktober viele Hotelbetten leer geblieben: Die Logiernächte gingen im Vorjahresvergleich um 2,3 Prozent auf 2,7 Millionen zurück. Seit Spätsommer verspürt die Branche Auswirkungen der Finanzkrise.

Der Branchenverband Hotelleriesuisse spricht in einer Mitteilung vom Montag noch von einem «traumhaften» Tourismusjahr 2007/08 (November bis Oktober). Die Schweizer Hotellerie habe über 37 Mio. Logiernächte verbucht. Gegenüber 2006/07 hätten Schweizer Hotels 4,2 Prozent mehr ausländische Gäste begrüsst, die Binnennachfrage wuchs um 3,1 Prozent.

Die Sommersaison (Mai bis Oktober) mit der Euro08 bescherte den Hoteliers noch ein Plus an Logiernächten von 1,8 Prozent. Die relativ verhaltene Steigerung sei als Vorbote der wirtschaftlichen Abkühlung zu werten, so Hotelleriesuisse.

Rückgang im Oktober

Im Oktober ist der Rückgang schon erkennbar: Weniger im Hotel schliefen sowohl Schweizer (-3,5 Prozent) als auch ausländische (- 1,1 Prozent) Gäste, wie die monatliche Erhebung des Bundesamts für Statstik (BFS) zeigt. Auffällig stärker fehlten Briten und Amerikaner (-13 bzw. -12 Prozent).

Besser nachgefragt waren die Schweizer Bettenburgen bei Deutschen (&3,6 Prozent), Franzosen (&11 Prozent) und gar massiv besser bei Reisenden aus den arabischen Golfstaaten (&42 Prozent).

«Wichtiger Faktor ist der Frankenkurs», sagte Verbandsprecherin Nora Fehr der Nachrichtenagentur SDA. Ein starker Franken lasse nicht nur die Buchungen ausländischer Gäste zurückgehen: Auch Schweizer buchen wegen des Wechselkurses mehr Ferien im Ausland.

Weniger Gäste im Tessin

Beliebte Reiseziele waren im Oktober Graubünden und der Genfersee mit einen Logierplus von 2,6 bzw. 3,1 Prozent. Bei den Städten machten vor allem in Basel mehr Reisende Station (&3,7 Prozent).

Einen Übernachtungs-Rückgang verzeichneten das Tessin (- 7,4 Prozent), das Berner Oberland (-7,7 Prozent) und die Zentralschweiz (-5,8 Prozent). Auch in der Region Zürich ging die Nachfrage um 1,7 Prozent zurück.

Graubünden top

In der Sommersaison zwischen Mai und Oktober wurden 20,5 Mio. Logiernächte registriert. Während 2 Prozent mehr Schweizer im Hotel eincheckten, war die Nachfrage bei Gästen aus dem Ausland mit 1,6 Prozent stärker.

Die grösste Nachfragesteigerung wurde bei Reisenden aus den Niederlanden gemessen (&17 Prozent). Bei den Deutschen stiegen die Übernachtungen um 2,4 Prozent. Die stärksten Rückgänge gab es bei Gästen aus den USA, Japan (-12 Prozent) und Grossbritannien (- 2,9 Prozent).

Beliebt war auch in der Sommersaison Graubünden (&7,5 Prozent), ebenfalls stark ansteigend waren die Übernachtungen in der Region Basel (&8,3 Basel). Ein merklicher Rückgang war auch über den Sommer im Tessin zu verzeichnen (-2,6 Prozent).

Luxushotels spüren Krise zuerst

«Wir gehen davon aus, dass wir die Krise spüren werden, aber nicht flächendeckend. Vor allem betroffen sein werden die Luxushotellerie und die Stadthotels», so Sprecherin Nora Fehr. Dies unter anderem deswegen, weil die Unternehmen bei Übernachtungen oder Kongressen Mittel einsparten.

«Die Buchungssituation für den Winter 2008/09 ist noch gut.» Die wirtschaftliche Abkühlung im Zuge der Finanzkrise werde die Schweizer Hotellerie nach Einschätzungen von Hotelleriesuisse ab Sommer 2009 stärker treffen. (sda)

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