Aktualisiert 30.05.2011 18:47

Blatter macht weiter«Krise, was ist eine Krise?»

Sepp Blatter stellt sich vor der Wahl am Mittwoch den Fragen der Presse - zumindest teilweise. Antworten gab es wenig. Klar ist: Blatter macht weiter.

von
fox

Die Eskalation der Fifa-PK.

Selten wartete die Welt so gespannt auf eine Pressekonferenz wie jene von Sepp Blatter nach den jüngsten Bestechungsvorwürfen vor der Präsidentenwahl. Und selten wurde man so enttäuscht - ausser man stellte sich auf eine Komödie ein.

Denn Blatter redete viel, sagte aber wenig. Seine Antworten waren kurz und knapp, wenn es um heikle Themen ging, lange und ausholend, wenn es darum ging, die Fifa zu loben. Für das Goal-Projekt und die gelösten Probleme mit Bosnien und Herzegowina, Brunei und Indonesien.

Kaum Antworten auf die brennenden Fragen

Aber darum war niemand gekommen. Die brennenden Fragen waren: Wird die Wahl verschoben? «Das wird der Kongress am Mittwoch entscheiden. Dort braucht es eine Dreiviertelmehrheit dazu.» Fühlen Sie sich nach den Vorfällen als richtiger Mann für das Präsidentenamt? «Das wird auch der Kongress entscheiden.» Wie wollen Sie aus dieser grössten Krise der Geschichte finden? «Krise? was ist eine Krise? Wir haben einige Probleme, aber wir werden diese innerhalb der Fifa-Familie lösen.» Was halten Sie vom Rückzug von Mohamed Bin Hammam? «Das müssen Sie ihn fragen.»

Und ganz wichtig: Die aufgerufenen Journalisten durften nur eine Frage stellen. Wurden zwei gestellt, kam erst die Rückfrage: «Welche der beiden wollen Sie beantwortet haben?» Kein Wunder kam immer mehr Unmut unter den Journalisten auf. Blatter sah sich genötigt, die anwesenden Medienschaffenden zurechtweisen: «Wir sind hier nicht auf einem Basar, sondern im Haus der Fifa. Die nächste Frage, bitte.»

Eskalation am Ende

Die Situation eskalierte zum Ende total: Der Moderator kündigte noch zwei Fragen an. Als diese gestellt und einigermassen beantwortet waren, wollte Blatter schon gehen. Doch ARD-Reporter Florian Bauer, welcher die Geschehnisse der Fifa sehr nah verfolgt, meldete sich noch zu Wort: «Sie sprechen von Respekt, machen eine PK und lassen die Journalisten nicht einmal Fragen stellen. Ich halte seit einer halben Stunde meine Hand hoch und darf nicht fragen.» Das war zu viel für Blatter: «Wenn ich sage, dass die PK beendet ist, ist sie beendet. Thank you.»

Wie korrupt ist die Fifa?

Ist die Ethikkommission unabhängig genug? Ist die sofortige Suspendierung von Blatter-Gegner Bin Hammam richtig? Und wenn Sie könnten: Würden Sie Sepp Blatter wieder wählen? Nehmen Sie teil an der grossen Umfrage!

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