Zuversichtliche Schweizer: Krise? Welche Krise?
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Zuversichtliche SchweizerKrise? Welche Krise?

Schweizerinnen und Schweizer nehmen die Finanzmarktkrise zwar als Bedrohung wahr, zeigen sich aber gemäss einer Umfrage im Vergleich zu anderen Ländern zuversichtlicher. Eine klare Mehrheit der befragten Schweizer ist mit der persönlichen Situation zufrieden - weit mehr als in anderen Ländern.

Die am Dienstag veröffentlichte Umfrage des Allianz-Konzerns bei mehr als 10 000 Menschen in Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italien, Österreich, Russland, der Schweiz und Ungarn sowie in den USA zeigt, dass die Schweizer derzeit am zuversichtlichsten sind. Danach schätzen 54 Prozent der Befragten in der Schweiz die Situation als gut oder ziemlich gut ein, wie Allianz Suisse mitteilte. In Österreich und in Deutschland schätzten nur 29 beziehungsweise 21 Prozent die Situation gleich positiv ein, in den USA waren es 17 Prozent, in Russland 15 Prozent und in Italien zehn Prozent. Das Schlusslicht bildet das von der Finanzkrise schwer getroffene Ungarn, wo lediglich vier Prozent an eine positive Zukunft glaubten, wie die «Zuversichtlichkeitsstudie» der Allianz zeigt.

In Bezug auf die persönliche Situation zeigten sich vier von fünf Schweizern ziemlich bis sehr zufrieden. Die USA belegen trotz der immer stärker um sich greifenden Krise mit 63 Prozent den zweiten Platz. In Österreich und Deutschland waren es rund 60 Prozent.

Auch in der Schweiz hinterlässt die Finanzmarktkrise aber ihre Spuren. Die grösste Sorge bereitet mit 57 Prozent skeptischen Antworten die Finanzmarktkrise, nur gerade 15 Prozent sind diesbezüglich zuversichtlich. Bei der Arbeitsplatzsicherheit überwiegt die Sorge mit 35 Prozent bereits die Zuversicht mit 32 Prozent. Auch die allgemeine wirtschaftliche Situation wird von 40 Prozent negativ beurteilt, gegenüber 26 Prozent positiven Stimmen.

Zwei von fünf Schweizern glauben, dass die Finanzmarktkrise ihre persönliche Zukunft beeinträchtigen wird. 43 Prozent der Befragten gaben an, in den kommenden zwölf Monaten ihr Geld in bar vor allem auf Bankkonten zu behalten. Investitionen in Staatsanleihen, Aktien oder Investmentfonds kommen für zwei Drittel der Befragten vorerst einmal nicht in Frage. Das verstärkte Sicherheitsbedürfnis spürten die Versicherer deutlich bei der Nachfrage nach traditionellen Lebensversicherungen oder Produkten mit Kapitalgarantie, wurde Allianz-Suisse-Chef Manfred Knof in der Mitteilung zitiert. (dapd)

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