Swissport: Chaos-Sommer auch bei uns? Schweizer Bodenpersonal droht mit Streik
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SwissportChaos-Sommer auch bei uns? Schweizer Bodenpersonal droht mit Streik

Die Angestellten des Bodenabfertigers Swissport haben ihren Gesamtarbeitsvertrag auf Ende 2022 gekündigt. Jetzt drohen die Bodenabfertiger mit einem Streik.

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Droht am Flughafen Zürich ein Kollaps? 

Droht am Flughafen Zürich ein Kollaps? 

TAMEDIA AG
Mitarbeitenden des Bodenabfertigers Swissport drohen mit Kampfmassnahmen.

Mitarbeitenden des Bodenabfertigers Swissport drohen mit Kampfmassnahmen.

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Darum gehts

Die Mitarbeitenden des Bodenabfertigers Swissport haben ihren Gesamtarbeitsvertrag gekündigt, wie die Gewerkschaften SEV-GATA, VPOD und KFMV in einer Medienmitteilung schreiben. Eine Fortführung des Krisen-GAV sei für die Mitarbeitenden unter den aktuellen Umständen nicht mehr zumutbar. Kampfmassnahmen für bessere Arbeitsbedingungen werden nicht ausgeschlossen.

Grund für die Kündigung sei «die Weigerung von Swissport zum regulären GAV 2019 zurückzukehren, einen Teuerungsausgleich zu bezahlen, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ausreichend zu berücksichtigen und die unhaltbaren Arbeitsbedingungen am Standort Zürich», heisst es in der Medienmitteilung.

Wie Swissport Zürich ihrerseits schreibt, bestätigt man den Erhalt des Kündigungsschreibens der Gewerkschaften Kaufmännischer Verband Zürich, SEV-GATA und VPOD. «Die Verbände kündigen den gültigen Gesamtarbeitsvertrag Swissport, Standort Zürich-Flughafen vorzeitig, vor Ablauf seiner vereinbarten Befristung. Wir werden nun die aktuelle Situation und mögliche Szenarien bewerten.»

Swissport Zürich bedauere den Entscheid der Verbände und werde den Dialog weiter aktiv aufrecht halten. «Übereinstimmend haben die Sozialpartner am 20. Juni 2022 beschlossen, die seit April 2022 laufenden GAV-Verhandlungen ab August 2022 weiterzuführen, mit dem gemeinsamen Ziel, auf 1.1.2023 einen neuen Gesamtarbeitsvertrag abschliessen und die Sozialpartnerschaft fortführen zu können.»

Chaos an europäischen Flughäfen

Die Mitarbeitenden von Swissport laufen am Limit, schreiben die Gewerkschaften SEV-GATA, VPOD und KFMV. Der akute Personalmangel führe zu einer massiven Überlastung der Mitarbeitenden, was Zusammenbrüche und psychische Erkrankungen zur Folge hat.

Der grosse Andrang wegen der Sommerferien hat bereits an anderen europäischen Flughäfen zu Chaos geführt. Zahlreiche Flüge mussten wegen des Personalmangels gestrichen werden. Auch die Swiss hat ihr Angebot bereits gekürzt.

Bis das ganze System, die Flugbranche, wieder «hochgefahren» und auf dem Level wie vor Corona sei, werde es noch dauern, sagt Christian Laesser, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule St. Gallen. «Die Akteure, also Flughäfen, Airlines, Energieversorger und Ground Handlers sind voneinander abhängig. Das ‹Hochfahren› von ihnen geht nicht ohne Störungen.» 

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(fur)

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